Im Folgenden werden die Voraussetzungen zum Erwerb von CertiLingua noch einmal genauer erläutert:

Fremdsprachen

Zwei moderne Fremdsprachen müssen auf Niveau B2 des europäischen Referenzrahmens beherrscht werden. Nach derzeitiger Regelung gilt „B2“ automatisch als erreicht, wenn eine in der Mittelstufe einsetzende Fremdsprache bis zum Abitur fortgeführt wird und im letzten Halbjahr mit mindestens „ausreichend“ abgeschlossen wird. Dabei muss diese Sprache nicht als Abiturfach gewählt werden. Für CertiLingua sind jedoch Noten im Bereich von „sehr gut“ bzw. mindestens „gut“ erforderlich.
Falls die Fremdsprache erst ab der Jahrgangsstufe EF belegt wird (wie dies am GAW z.B. für Spanisch der Fall ist), kann theoretisch das Niveau B2 durch eine externe, in der Regel kostenpflichtige Prüfung bei einem entsprechenden Institut oder einer schulinternen Prüfung unter Anleitung der Schulaufsicht nachgewiesen werden.
Weitere externe Zertifikatsprüfungen (z.B. DELF) können zusätzlich erbracht werden, sind für CertiLingua jedoch nicht notwendig. Die Fremdsprache muss außerdem unabhängig von DELF-Ergebnissen bis zum Abitur fortgeführt werden, da das letzte Schulhalbjahr maßgeblich ist.
Latein kann nicht mit eingebracht werden.

Bilingualer Sachfachunterricht

Erfolgreiche Teilnahme an bilingualem Sachfachunterricht auf dem Niveau der Sekundarstufe II ist eine weitere Voraussetzung. Der Umfang dieses Unterrichts muss 90 Unterrichtsstunden in den letzten beiden Jahren vor dem Abitur betragen, was die bilingualen Schüler durch den zu belegenden Grundkurs erreichen.
Für Schülerinnen und Schüler des Normalzweigs wird in der Regel ein bilingualer Zusatzkurs in Sozialwissenschaften oder Geschichte eingerichtet.

Internationales Begegnungsprojekt

Dieses Projekt ist Teil der für CertiLingua geforderten europäischen/internationalen Kompetenzen. Diese werden zum einen auf theoretischer Ebene (die Schüler erwerben im Rahmen des regulären Unterrichts Wissen über Europa, z.B. in Geschichte, Sozialwissenschaften, Erdkunde) nachgewiesen, vor allem jedoch auf praktischer Ebene durch die Teilnahme an einem europäischen/internationalen Projekt und dessen schriftlicher Dokumentation in der jeweiligen Fremdsprache. Dieses Projekt muss die Begegnung mit einem Partner im Ausland beinhalten, zur zeitlichen Dauer gibt es keine Vorgaben, Schülerinnen und Schüler des GaW werden jedoch ermutigt, Aufenthalte von mehreren Tagen oder gerne auch wesentliche länger ins Auge zu fassen.
Das Projekt kann im Rahmen eines Schüleraustausches (z.B. USA), einer internationalen Jugendbegegnung (z.B. European Youth Parliament, Friedenscamp, etc.) oder eines Auslandspraktikums (z.B. Berufsorientierung in Jahrgangsstufe EF) durchgeführt werden und muss in jedem Fall vor Beginn mit den CertiLingua-Koordinatorinnen abgesprochen werden.

 

Ulrike Flach