Pädagogik

 

„Kinder werden nicht erst zu Menschen - sie sind schon welche.“

Janusz Korczak

 

„Der Mensch kann nur Mensch werden durch Erziehung.“

Immanuel Kant

  

Im Mittelpunkt des Faches Pädagogik steht der Mensch. Dabei setzt sich der Unterricht auf der Basis von wissenschaftlichen Texten mit zentralen Grundbegriffen wie Erziehung und Sozialisation, Entwicklung und Lernen auseinander. Darüber hinaus werden unterschiedliche fachspezifische Methoden wie Rollenspiele und biografisches Lernen eingesetzt.

Das Fach Pädagogik bietet Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit, die Komplexität menschlichen Seins und Werdens aus unterschiedlichen theoretischen Ansätzen heraus zu betrachten, um eine eigene, differenzierte und pädagogisch begründete Sichtweise zu entwickeln.

 

In der Einführungsphase geht es neben der Definition der Begriffe Erziehung, Sozialisation und Enkulturation um die anthropologische Fragestellung, warum der Mensch Erziehung braucht. Außerdem betrachten wir sowohl historische als auch kulturelle Aspekte der Erziehung.

Im zweiten Halbjahr stehen die Lerntheorien im Vordergrund. Hier kann die Vielfältigkeit von Lernprozessen entdeckt und das eigene Lernen reflektiert werden. Mit geschärftem Blick geht es dann einen Tag zum Kindergartenpraktikum - unglaublich, was man plötzlich alles sieht!

 

In der Qualifikationsphase I betrachten wir die Entwicklung und Sozialisation des Kindes und beschäftigen uns gezielt mit einzelnen Aspekten der emotionalen, kognitiven und moralischen Entwicklung.

Das Jugendalter stellt jedem unausweichlich die entscheidende Fragen des Lebens: Wer bin ich? Wer will ich sein? Wie wollen mich die anderen? Will ich mich, wie sie mich wollen? Diese zentralen Fragen sind Gegenstand im zweiten Halbjahr.

 

Pädagogisches Handeln kann das Beste im Menschen fördern, wie zum Beispiel bei den „Just-Community-Schools" in Anlehnung an Kohlberg oder bei Janusz Korczak. Sie kann aber auch auf Manipulation abzielen, wie wir das in unserem Land unter dem Nationalsozialismus und dem Kommunismus bitter erfahren mussten. Wie kann moralisches Denken und Handeln gefördert werden? Wann wird Pädagogik zur Manipulation missbraucht? Diese Fragen werden in der Qualifikationsphase II behandelt.

 

Abschließend bietet das zweite Halbjahr vor dem Hintergrund der Theorie zur Bildung der Identität mit noch einmal einen Rückblick mit geschärftem pädagogischem Blick: Wie wird nun ein Mensch zur Persönlichkeit, wie bildet die Gesellschaft ihn und er sich?

Astrid Weiser