| [Download am Ende der Seite] 4.1 Begegnungsmöglichkeiten in der Schule 4.1.1 Arbeitsgemeinschaften und Wettbewerbe 4.1.2 Feste, Feiern, Treffen 4.1.3 Einrichtungen für die Begegnung von SchülerInnen 4.2 Schulfahrten 4.3 Öffentlichkeit in der Schule - Schule in der Öffentlichkeit 4.3.1 Mitteilungsorgane 4.3.2 Ausstellungen und Aktionen in der Schule 4.3.3 Engagement über die Schule hinaus 4.3.4 Förderung und Sponsoring für die Schule 4.4 Schlüsselthemen der Gesellschaft im Programm der Schule 4.4.1 Gesundheitserziehung 4.4.2 Rechtserziehung 4.4.3 Medienerziehung 4.4.4 Umwelterziehung 4.4.5 Eine-Welt-Problematik 4.1 Begegnungsmöglichkeiten in der Schule 4.1.1 Arbeitsgemeinschaften und Wettbewerbe Über die Arbeitsgemeinschaften und Wettbewerbe wird regelmäßig und ausführlich in der Schülerzeitung "Klecks" und in der Schulzeitung "Aktuell GAW" sowie in dem dafür vorgesehenen Schaukasten auf dem Schulhof und an weiteren festgelegten Orten informiert. Arbeitsgemeinschaften Die Arbeitsgemeinschaften sind besonders geeignet, Kinder und Jugendliche in ihren persönlichen Interessen anzusprechen. Sie bieten damit die Chance, gestützt auf diese besondere Motivation die individuellen Neigungen und Fähigkeiten zu entwickeln und zu vertiefen, aber auch die Zusammenarbeit mit anderen einzuüben. Die Breite des Angebots soll dazu beitragen, möglichst viele SchülerInnen im Sinne hochrangiger Ziele unserer pädagogischen Tätigkeit zu fördern: Freude am Lernen zu wecken, Selbstständigkeit und Eigenverantwortlichkeit zu entwickeln. Der hohe Stellenwert, der den Arbeitsgemeinschaften im Bewusstsein der Schule zukommt, zeigt sich darin, dass viele Lehrkräfte und auch SchülerInnen freiwillig und in ihrer Freizeit Arbeitsgemeinschaften leiten, aber auch in der Bereitschaft des Schulleiters, bei der Unterrichtsverteilung LehrerInnenstunden für Arbeitsgemeinschaften zur Verfügung zu stellen. Arbeitsgemeinschaften gibt es in vielen Bereichen, so zum Beispiel in Kunst/Musik (z.B. Theater, Chor, Orchester, Musical, Foto), Gesellschaftswissenschaften (z.B. Rechtskunde), Naturwissenschaften (z.B. Tierbetreuung, Begleitung bei Jahresarbeiten, Internet), Sport (z.B. Volleyball), Bereichsübergreifend (z.B. Erste Hilfe in Zusammenarbeit mit dem Malteser-Hilfsdienst, Umwelt und Energie, Eine-Welt-AG). Wettbewerbe Die Wettbewerbe stellen für die beteiligten SchülerInnen, ähnlich wie die Arbeits- gemeinschaften, eine Gelegenheit dar, sich in Gruppen außerhalb des gewohnten Unterrichts in der Schule zu treffen und selbstständig an Themen zu arbeiten, die sie persönlich interessieren. Individuelle Begabungen und Neigungen, aber auch Teamfähigkeit und Eigenverantwortlichkeit werden dabei entwickelt. Stolz auf die eigene Leistung und auf die der Gruppe – und gegebenenfalls das Erfolgserlebnis – sollen darüber hinaus auch hier Freude am Lernen und an der eigenen Leistung wecken. Durch die Fülle und Unterschiedlichkeit der Wettbewerbe, an denen SchülerInnen unserer Schule teilnehmen, werden diese Erfahrungen in allen Fachbereichen möglich. Stellvertretend zu nennen wären im Fach Französisch der Wettbewerb der Rotarier Düren – Seraing sowie im Bereich der Gesellschaftswissenschaften die Wettbewerbe des Bundes-präsidenten sowie der Bundeszentrale für politische Bildung. Der Wettbewerb "Jahresarbeiten am GAW" wird von der Vereinigung der Ehemaligen unserer Schule finanziell getragen und geht auf eine Initiative zum 150-jährigen Schuljubiläum im Jahre 1978 zurück. Im jährlichen Wechsel werden jeweils besonders gelungene SchülerInnenarbeiten in den Bereichen Naturwissenschaften bzw. Kunst/Gesellschaftswissenschaften prämiert, "die den Rahmen des normalen Schulpensums übersteigen, einen hinreichenden Umfang haben und von hervorragender Qualität sind". Ein kennzeichnendes Merkmal dieses Wettbewerbs ist die Kontinuität. Jedes Jahr werden teilweise mehrere Arbeiten von SchülerInnen fertiggestellt, die bisweilen länger als ein Jahr – beraten durch ihre FachlehrerInnen – einen Teil ihrer Freizeit einsetzen und erstaunliche wissenschaftliche Ergebnisse erzielen. Im Bereich der Naturwissenschaften nehmen diese Jahresarbeiten nicht selten auch am Wettbewerb "Jugend forscht" teil. Preise auf regionaler wie auch auf Landes- und Bundesebene sind Zeichen der Anerkennung für die besonderen Qualitäten dieser SchülerInnenleistungen. Seit vielen Jahren wird die regelmäßige Teilnahme an den Olympiaden von allen FachlehrerInnen der Naturwissenschaften gestützt, worin sich auch die zentrale Bedeutung dieser außerunterrichtlichen Betätigung zeigt. Auslandsaufenthalte sowie die Aufnahme von SchülerInnen in die Studienstiftung des Deutschen Volkes sind herausragende Ergebnisse dieser Aktivitäten. 4.1.2 Feste, Feiern, Treffen Schule gelingt sicher nur dann gut, wenn Freude, ein Gefühl des Zusammengehörens und des Geborgenseins oder wenigstens des Angenommenseins die Pflicht begleiten; das gilt in erster Linie für SchülerInnen, sicher auch für LehrerInnen, aber auch für alle anderen, die am Leben der Schule teilhaben. Daher ist unsere Schule mehr als Unterricht. Und das lässt sich an vielen Stellen des Schulprogramms ablesen und auch in der Schule erfahren. Eine besondere Bedeutung haben dabei Feste und Feiern in vielfältigen Formen oder auch Treffen einzelner Gruppierungen. Hier bietet sich eine gute Möglichkeit, den Kontakt untereinander in ungezwungener Form zu vertiefen und die Identifikation mit der Schule zu fördern. Dazu gehören die Spielenachmittage der Unterstufenklassen mit ihren Patinnen und Paten, Klassenfeiern zu Weihnachten oder Karneval, zu denen auch die Eltern eingeladen werden, Klassen- und Kurstreffen, die zuweilen auch mit kleinen Ausflügen oder in der Oberstufe mit dem Besuch von Abendveranstaltungen verbunden werden. Und wie viel Spaß und neue Erfahrungen, mit sich selbst und in der Gemeinschaft, kann zum Beispiel ein gemeinsames Kochen und Essen in der Küche der SV bringen. Die SV bemüht sich in den kommenden Jahren eine Karnevalsfete zu organisieren, in die die gesamte Schülerschaft einbezogen wird. Weiter gibt es die großen Feste, zu denen sogar die ganze Schulgemeinde eingeladen ist, zum Beispiel die jährlich stattfindenden Schul- und Sportfeste oder die Abiturentlassfeier, bei der die AbiturientInnen im Mittelpunkt stehen und zu deren Gelingen diese als jüngere SchülerInnen in den Jahren zuvor vielleicht beigetragen haben. Eine weitere Form des Feierns, die für das Zusammenleben in der Schule von Bedeutung ist, sei genannt: Feste im Kollegium zu verschiedensten Anlässen ("runde" Geburtstage, gesellige Abende, Reisevorträge, Treffen mit LehrerInnen der ausländischen Partnerschulen). Nicht zuletzt gehört dazu auch der zweitägige LehrerInnenausflug. Dessen Dauer, die einen Schultag und einen unterrichtsfreien Tag umfasst, bietet viel Gelegenheit, in Gesprächen und gemeinsamem Tun und Erleben das gute Klima im Kollegium zu fördern und damit zu einer freundlichen Atmosphäre in der Schule beizutragen. 4.1.3 Einrichtungen für die Begegnung von SchülerInnen Begegnungsmöglichkeiten in der Schule, bei denen über das Miteinander hinaus auch ein Einsatz für andere praktiziert wird, werden besonders gefördert und sollen nach Möglichkeit auch in Zukunft noch ausgeweitet werden. Patenschaften SchülerInnen der Jahrgangsstufe 11 unserer Schule können das Patenamt für eine Klasse der neuen 5. Jahrgangsstufe übernehmen. In Kooperation mit den KlassenlehrerInnen erleichtern sie den neuen SchülerInnen die Eingewöhnung an unserer Schule und helfen mit, das Schulleben persönlicher zu gestalten. Bereits zum ersten Begrüßungsnachmittag der neuen SchülerInnen vor deren Schulwechsel (meist im Mai/Juni) werden die Paten mit eingeladen und den neuen SchülerInnen und Eltern vorgestellt. In der Regel übernehmen drei bis vier SchülerInnen die Patenschaft für eine Klasse. Eine genauere Vorstellung der Paten findet im neuen Schuljahr der Klasse nochmals in einer der ersten KlassenlehrerInnenstunden statt. Der Aufgabenbereich einer Patenschaft gestaltet sich sehr vielfältig. Er richtet sich nach den Bedürfnissen der neuen SchülerInnen, ist aber auch abhängig von der Bereitschaft zur Eigeninitiative der Paten. Diese wirken als Gesprächspartner in den Pausen, Partner bei Schulveranstaltungen, Weihnachtsfeiern, Karnevalsfesten o.ä., Organisatoren eigener Unternehmungen mit der Klasse. Vorbereitungsarbeiten auf die Patenschaften beginnen für die Paten bereits vor Schuljahresbeginn. Darüber hinaus findet immer wieder ein Informations- und Erfahrungsaustausch unter Leitung der Unterstufenkoordinatorin statt. Kiosk und Cafeteria Für die Sekundarstufe I ist in den Pausen ein Kiosk auf dem Schulhof geöffnet, in dem ein Team von SchülerInnen ihren MitschülerInnen Getränke, Brötchen und kleinere Knabbereien verkauft, für die Sekundarstufe II besteht eine ähnliche Möglichkeit in der "Küche", die an den Oberstufenaufenthaltsraum anschließt, der im übrigen auch selbst von einem SchülerInnenteam verwaltet wird. Das Angebot soll sich an den Wünschen der SchülerInnen orientieren, muss aber auch den Kriterien gesunder Ernährung, abfallarmer Verpackung und kostengünstigen Verkaufs genügen. Ein möglichst großer Teil der Initiative und Verantwortung liegt jeweils bei dem Verkaufsteam, das von begleitenden LehrInnen unterstützt wird. Eine Hilfe durch engagierte Eltern ist erforderlich. Schülerbibliothek Schüler betreuen in Zusammenarbeit mit einem Lehrer die Schülerbibliothek, die trotz recht großem und interessantem Buchbestand vorerst als reine Ausleihbibliothek nur in den Pausen benutzt werden kann. Eine Weiterentwicklung auch in Hinblick auf eine Präsenzbibliothek sowie eine sachliche und räumliche Neuorientierung des gesamten Bibliothekkomplexes ist in der Planung. 4.2 Schulfahrten Unsere Schulfahrten stellen eine Möglichkeit dar, Lernen an anderen Orten als dem vertrauten Klassenraum zu üben. Dabei geht es hier noch stärker als im innerschulischen Bereich auch um soziales Lernen. Alle Fahrten, auch die eintägigen Wandertage, sollen von gemeinschaftlichem Erleben bestimmt sein; daher werden sie durch Kommunikation und Kooperation zwischen SchülerInnen sowie den begleitenden LehrerInnen geprägt. Sie dienen der Fortführung der Unterrichtsziele in ungewohnter Umgebung mit möglichst vielfältigen Herausforderungen, ermöglichen die Begegnung mit der außerschulischen Realität – was für viele Fächer unbedingt erforderlich ist – und sollen mit neuen Impulsen in den Unterricht bzw. das Leben in der Schule zurückführen. Unter Berücksichtigung der vorgenannten Zielsetzung sollen durch die Beteiligung der SchülerInnen an Planung und Durchführung der besondere Stellenwert der Fahrten im schulischen Leben und die Freude an der Fahrt gefördert werden. Weiter gelten für die Planung von Fahrten unter anderem folgende Kriterien: die Kosten für die Fahrten werden so niedrig wie möglich gehalten, die Entfernung wird an den Notwendigkeiten ausgerichtet und stellt keinen Selbstzweck dar, die Benutzung der Verkehrsmittel und die Programmpunkte werden – auch unter Kostenaspekten – so umweltfreundlich wie möglich gewählt. Auf diesem Hintergrund haben Lehrer- und Schulkonferenz im Lauf der letzten Jahre folgendes Konzept entwickelt: Wandertage für die Sekundarstufe I Je Schuljahr gibt es zwei zentral festgelegte Wandertage, einen fakultativen Wandertag (nicht für die Jahrgangsstufen 7 und 9, da hier Klassenfahrten vorgesehen sind) und einen zusätzlichen Wander-/Exkursionstag für fachspezifische Vorhaben. Dazu wurde folgender Rahmenplan für die 12–18 Wandertage der Klassen 5–10 festgelegt: Ziele/Inhalte: Wanderung / Radtour / Raumerkundung / Spiel und Sport / Museumsbesuch / Zoobesuch / Architekturbesichtigung / Betriebsbesichtigung; im Einzelnen: 3–5 Wandertage zum Thema "Landschaft", 2–4 zum Thema "Stadt" (nicht nur Museums- oder Sportstättenbesuch), 2–3 ins nahe Ausland, 1–3 sportlich gestaltete Wandertage, 1–3 Betriebsbesichtigungen, 2–3 Museumsbesuche. Exkursionen Für die Sekundarstufe II ergibt sich aus verschiedenen fachspezifischen Gründen der Wunsch oder gemäß Lehrplan die Notwendigkeit von Exkursionen. Nach Möglichkeit sollen diese in der unterrichtsfreien Zeit stattfinden. Andererseits wird eine Neuabstimmung und fachspezifische Ausweitung dieses Komplexes folgen müssen, sobald die im neuen Lehrplan obligatorisch vorgeschriebenen "Unterrichtsgänge" konkret erfasst sind. Klassenfahrten Für nicht-bilinguale 7. Klassen finden einwöchige Fahrten in ein Schullandheim bzw. in eine Jugendherberge des Nahraums statt, für die bilingualen 7. Klassen bis zu 10-tägige Fahrten nach England (Unterbringung in Gastfamilien, Programm im Klassenverband und Teilnahme am Alltag der Gastfamilien). Eine dreitägige Fahrt der 9. Klassen führt in Jugendherbergen von Nordrhein-Westfalen bzw. Rheinland-Pfalz oder der Euregio Maas-Rhein. Studienfahrten Die Kurse des 1. Leistungskursblocks der Jahrgangsstufe 13 machen eine einwöchige Studienfahrt mit Zielen, die sich nach Möglichkeit aus dem Fachprogramm ergeben, anderenfalls eine eigene kulturelle Perspektive haben. Austauschfahrten Die Bedeutung der Austauschfahrten im Programm unserer Schule, die insbesondere durch die Begegnung mit Menschen in anderen Kulturen, deren Sprache, Familien- und Schulleben, Geschichte und Geographie geprägt sind, und vor allem Toleranz, Lebenserfahrung und Selbstständigkeit fördern sollen, ist auch schon in Kapitel 2.1.1 angesprochen worden. Mittelfristig soll erreicht werden, dass jede Schülerin bzw. jeder Schüler die Möglichkeit hat, an mindestens einem Austauschprogramm teilzunehmen. Folgende Programme werden zur Zeit durchgeführt oder sind geplant: die zweitägige Begegnung von SchülerInnen in der grenznahen Stadt Heerlen; der zweiwöchige Austausch mit einer Schule in St. Petersburg; der zehntägige Austausch mit zwei Schulen in Budapest; der einwöchige Austausch mit einem französischen Gymnasium bei Paris; der 25-tägige Austausch mit einer Schule aus Cape Cod, Massachusetts, USA. Ein Austausch mit einer Schule in Großbritannien soll neu organisiert werden. Dieses Austauschprogramm bezieht eine große Anzahl von begleitenden LehrerInnen mit ein, die durch die Begegnung mit ihren ausländischen KollegInnen und anderen Schulkonzepten wertvolle Erfahrungen sammeln. Ferner entstehen Freundschaften, die eine Partnerschaft über einen sehr langen Zeitraum tragen und sie erst ermöglichen. Jedes Jahr nimmt eine Anzahl von SchülerInnen an 3- bis 10-monatigen Aufenthalts-programmen in Großbritannien und in den USA teil, während SchülerInnen aus dem Ausland unsere Schule besuchen. Beide Gruppen werden bei der Vorbereitung und Durchführung dieser Programme intensiv beraten und vorbereitet. 4.3 Öffentlichkeit in der Schule – Schule in der Öffentlichkeit 4.3.1 Mitteilungsorgane Für die Identifizierung der SchülerInnen, Eltern und LehrerInnen mit unserer Schule ist es von entscheidender Bedeutung, dass möglichst viele Informationen über das Schulleben an alle Beteiligten weitergegeben werden. Die Schule informiert von sich aus über wichtige Ereignisse des Schullebens, über Termine und z.B. Änderungen der Ausbildungsordnung in einer Schulzeitung, die in drei bis vier Ausgaben pro Jahr erscheint und an alle SchülerInnen verteilt wird. Darüber hinaus dient auch die von engagierten Schülern betreute Homepage unserer Schule im Internet, die ständig aktualisiert wird, einer Information der interessierten Öffentlichkeit über schulrelevante Themen. In loser Reihenfolge erscheinen umfangreiche Schulberichte, in denen unsere Schule Auskunft gibt über Absicht und Verlauf ihrer Arbeit. Eine solche Dokumentation ist als Zeitschrift zum 175-jährigen Jubiläum für das Jahr 2003 geplant. Auch die SchülerInnen beteiligen sich mit der Schülerzeitung "Der Klecks", die mehrmals im Jahr dank des engagierten Klecks-Teams erscheint, an der Weitergabe von Informationen, die vor allem für SchülerInnen interessant sind. Darüber hinaus sind wir natürlich auch daran interessiert, dass die öffentlichen Medien über die Arbeit in der Schule und vor allem über SchülerInnenaktivitäten berichten. Ausstellungen und Aktionen in der Schule Künstlerische Präsentationen und Aktivitäten Da im Kunstunterricht Produkte entstehen, auf die SchülerInnen mit Recht stolz sind, da im Musikunterricht und in den musikalischen Arbeitsgemeinschaften Musikstücke, Lieder und Musicals eingeübt werden und in anderen Fächern Aktion, sprachlicher Vortrag und Bewegung eine Rolle spielen, liegt es nahe, auch schon junge Akteure die wichtige kommunikative Funktion von Ausstellung und Aufführung erleben zu lassen. Nicht nur das Erbringen von Leistungen, sondern auch ihre Präsentation sollten schon sehr früh eingeübt werden. Dies ist eine ganz wichtige Anforderung, die in den Abiturprüfungen und schließlich im Studium, bei der Berufsfindung und im Beruf gestellt wird. Erwachsene staunen immer wieder, wie Kinder und Jugendliche solchen Anforderungen gewachsen sind, Lampenfieber und Zweifel mutig überwinden und so ihr Selbstbewusstsein stärken. In allen Jahrgangsstufen gibt es immer wieder Gelegenheit, das eigene Umfeld künstlerisch mitzugestalten. In den 5. Klassen ist die Gestaltung der engeren Umgebung, des eigenen Klassenraums, besonders wichtig, um eine Identifikation mit der neuen Umgebung zu unterstützen. Aber auch schon hier und erst recht in den höheren Jahrgangsstufen möchten wir vielen SchülerInnen Ausstellungsmöglichkeiten für ihre im Kunstunterricht entstandenen Arbeiten bieten; dazu nutzen wir die zahlreichen Ausstellungsvitrinen und -wände in unserem Schulgebäude. So können ganze Klassen gemeinsam ausstellen. Auf einer großen Treppenhallenwand sind schon häufig großzügige Ausstellungen von Arbeiten vieler Klassen zu einem Thema verbunden gewesen. Der Bereich vor dem Sekretariat und den Schulleiterzimmern bietet als viel besuchte "Visitenkarte" unserer Schule besondere Ausstellungsmöglichkeiten. Durch das architektonisch-plastische Projekt "Gotik" auf unserem Schulhof und die vielen Gestaltungsprojekte an Außen- wie Innenwänden haben unsere SchülerInnen ebenfalls ihr schulisches Umfeld mitgestaltet. Es ist auffällig, dass unsere AbiturientInnen sich für ihre Entlassungsfeier immer wieder einen Chorvortrag der Kleinen wünschen. Sie denken hier sicher gerne an ihre Kindheit zurück. Die SchülerInnen der Unterstufenklassen hingegen sind stolz. Die beiden Chöre und die anderen Ensembles und Bands unserer Schule treten regelmäßig auch bei anderen Schulveranstaltungen wie Schulfesten und Weihnachtsfeiern auf. Am letzten Schultag vor den Weihnachtsferien trägt das Blasorchester in den Fluren zur vorweihnachtlichen Stimmung bei. Vorführungen der Bereiche Theater und Musiktheater werden nach oft mehrjähriger Probenarbeit in unserem Haus oder, wenn es größere Aufführungen sind, im Haus der Stadt präsentiert. Viel Aufmerksamkeit ist in der Vergangenheit unseren großen Musiktheater-projekten "Cats", "Starlight Express", "Die abenteuerliche Reise des Christoph Kolumbus" und "In 80 Tagen um die Welt" geschenkt worden. Unser Blauer Saal bietet immer wieder ein Forum für Konzerte und Ausstellungen von SchülerInnenn, ehemaligen SchülerInnen und LehrerInnen. Beispielhaft soll hier eine in loser Folge stattfindende Veranstaltungsserie mit dem Titel "Ehemalige Schülerinnen und Schüler musizieren bzw. stellen aus" erwähnt werden. Die Zusammenarbeit bei Aktivitäten innerhalb des künstlerischen Bereichs, aber auch mit anderen Bereichen wie dem Sport wird besonders deutlich bei Veranstaltungen wie unseren "Tagen der Kunst". Zur Vorbereitung und Gestaltung solcher Tage tragen immer wieder die Differenzierungskurse Kunst/Textilgestaltung und die Leistungskurse Kunst bei. Einzelne Projekte aus diesem und anderen künstlerischen Bereichen werden häufig durch die jährlich vergebenen Preise unseres Vereins der Ehemaligen belohnt. Neben den genannten größeren kulturellen Veranstaltungen finden auch Präsentationen und Aufführungen einer Klasse oder eines Kurses statt, gegebenenfalls auch in einem öffentlichen Rahmen außerhalb der Schule. Hier seien beispielhaft die Ausstellungen unserer letzten Leistungskurse zu den Themen "Kauf mich", "Photo meets Painting" und "Picasso" genannt. An Veranstaltungen wie Kulturtagen unserer Stadt oder SchülerInnenausstellungen des Leopold- Hoesch-Museums, zu denen viele Schulen künstlerische Beiträge leisten, nehmen Klassen und Kurse unserer Schule regelmäßig teil. Die genannten Beispiele und die Ausführungen im Zusammenhang mit unserer räumlichen Situation haben gezeigt, dass unser Schulgebäude durchaus eine Basis für Ausstellungen und Aufführungen bildet, dass es aber wichtig ist, sich bei solchen Vorhaben ebenfalls einer größeren Öffentlichkeit zu stellen. Auch das ist mit dem aktuellen Begriff der "Öffnung von Schule" zu verbinden. Naturwissenschaftliche Präsentationen und Aktivitäten Die Sorgen, ja Ängste vor den Ergebnissen naturwissenschaftlichen Denkens und Handelns in unserer Gesellschaft sind groß. Oft werden Beschreibungen über medizinisch-naturwissen-schaftliche Möglichkeiten in der Bevölkerung mit großer Skepsis wahrgenommen. Fehlendes Verständnis aufgrund mangelhafter Information und Aufklärung sind häufig die Ursache für eine ablehnende Haltung gegenüber naturwissenschaftlichen Disziplinen. In einer modernen Gesellschaft, die nicht zuletzt auch auf naturwissenschaftlichem Fortschritt fußt, ist eine solche Haltung problematisch. Dieses Defizit wurde von Hochschulen und den entsprechenden industriellen Branchen durchaus erkannt. Der notwendige Trend hin zur informierenden Öffnung wird auch von unserer Schule aufgegriffen. Experimentelles Arbeiten hat natürlich seinen ureigenen fach-bezogenen Wert für jedes naturwissenschaftliche Fach. Experimentelles Arbeiten in der Öffentlichkeit erschließt zusätzlich eine neue Dimension im Lehr- und Erziehungsauftrag der naturwissenschaftlichen Fächer. Auch in diesem Sinne kommt dem in unregelmäßigen Abständen durchgeführten "Tag der Naturwissenschaften" eine herausragende Bedeutung im Rahmen der Öffnung von Schule zu. Darüber hinaus erfüllt es alle Teilnehmer und Teilnehmerinnen mit sichtbarem Stolz, ihre anspruchsvollen experimentellen Arbeiten, Modelle und Fachausstellungen, in die z. T. sehr viel Freizeit investiert wird, der Schulöffentlichkeit vorzustellen und ins Gespräch mit Eltern, MitschülerInnen und LehrerInnen über ihr spezielles Fachgebiet zu kommen, sich darüber hinaus aber auch über die besonderen Leistungen und Angebote der MitschülerInnen zu informieren. Gerade hier wird damit in besonders konkreter Form fächerverbindend gearbeitet. Im Rahmen des "Tages der Naturwissenschaften" finden zusätzliche Fachvorträge statt. Wissenschaftler von Hochschulen oder der Fachhochschule in Jülich, mit der das Gymnasium am Wirteltor in besonders intensiver Verbindung steht, informieren über ihren speziellen Forschungsbereich. Besondere Erwähnung verdient das Bemühen der Vortragenden, dies in einer auch für den naturwissenschaftlichen Laien verständlichen Sprache darzustellen, was einen weiteren Beitrag zur Akzeptanzverbesserung bedeutet. Diese Fachvorträge sollten noch ausgeweitet werden, so dass nach Möglichkeit jährlich im Rahmen einer Vortragsreihe naturwissenschaftliche Themen zur Diskussion gestellt werden und so Gelegenheit zur Information und Weiterbildung für SchülerInnen, Eltern und LehrerInnen besteht. 4.3.3 Engagement über die Schule hinaus Bereits in den vorhergehenden Kapiteln ist deutlich geworden, dass die vielfältigen Aktivitäten der verschiedenen Fachbereiche in das kulturelle Leben der Stadt eingebettet sind und einen Teil unseres Programmpunktes "Öffnung von Schule" darstellen. So wie wir unsere SchülerInnen auf kulturelle Veranstaltungen vor allem in der Eingangshalle B unseres Hauses aufmerksam machen und diese z.T. im Klassen- und Kursverband besuchen, erwarten auch wir den Besuch der außerschulischen Öffentlichkeit bei unseren kulturellen Aktivitäten. Wichtig in diesem Zusammenhang ist auch die kostenlose Überlassung des Hauses der Stadt im Rahmen des Projektes "Junge Szene Düren". Auch im sozialen Leben der Stadt engagiert sich die Schule. Sammlungen für soziale Zwecke werden unterstützt, ein Teil der in Schulveranstaltungen erzielten Überschüsse wird in Abstimmung mit den SchülerInnen sozialen Zwecken zugeführt. Darüber hinaus arbeiten Gruppen unserer Schule mit bei Aufgaben, die im öffentlichen Interesse liegen. So wurden in der Vergangenheit in Zusammenarbeit mit der RAA, mit der Polizei und mit dem Jugendamt Erhebungen durchgeführt, ausgewertet und die Ergebnisse der Öffentlichkeit vorgestellt (Beispiele: Bürgerbefragung "Subjektives Sicherheitsgefühl", "Kaiserplatz-Umgestaltung"). In jedem Jahr übernimmt unsere Schule am 9. November die Gestaltung einer Gedenkfeier zur Erinnerung an die Reichspogromnacht an der Rückriem-Stele in der Oberstraße. Eine Arbeitsgemeinschaft hat sich durch Sammeln von Briefmarken und durch den Verkauf von Eine-Welt-Produkten für ein Patenprojekt in Peru eingesetzt. Insgesamt lernen die SchülerInnen durch ihr Engagement in sozialen und kulturellen Bereichen die Übernahme von Verantwortung im gesellschaftlichen Raum. 4.3.4 Förderung und Sponsoring für die Schule Zwei Vereine an unserer Schule haben sich das Ziel gesetzt, die Verbindung zwischen Ehemaligen, SchülerInnen, Eltern und Schule zu fördern: der Verein der Freunde und Förderer des Gymnasiums am Wirteltor, in dem in erster Linie die Eltern unserer SchülerInnen Mitglieder sind, und der Verein der Ehemaligen. Beide unterstützen die Schule bei Projekten und stellen Geldmittel für schulische Zwecke bereit, die vom Schulträger nicht erbracht werden können. Ohne Mithilfe dieser Vereine hätten viele Projekte, vor allem im außerunterrichtlichen Bereich, nicht durchgeführt werden können. Der Verein der Ehemaligen setzt jedes Jahr ein Preisgeld von 1000 DM für Jahresarbeiten aus, die im jährlichen Wechsel in den Bereichen Naturwissenschaft/Technik und in den übrigen Fachbereichen von SchülerInnen erstellt werden. Insgesamt gehört die Intensivierung des Zusammengehörigkeitsgefühls der Schulgemeinde zu den Hauptaufgaben der Vereine. Eine enge Zusammenarbeit gibt es seit einigen Jahren zwischen der Fachschaft Chemie und der Firma AKZO Nobel Chemicals, Werk Düren: Für SchülerInnen im Fach Chemie gibt es die Möglichkeit, praktische Versuche in Labors von AKZO-Nobel durchzuführen. Dazu gehört auch, dass die Firma Plätze für die Berufsorientierungswoche bereitstellt und die Schule mit Unterrichtsmitteln und bei Wettbewerben wie "Chemie-Olympiade" oder "Jugend forscht" unterstützt. Auch zu anderen Unternehmen in der Region gibt es Kontakte, die weiter genutzt werden sollen, um Kooperationsprojekte zu realisieren, in deren Rahmen unsere Schule gegebenenfalls Unterstützung erhalten kann. 4.4 Schlüsselthemen der Gesellschaft im Programm der Schule Im Programm der Schule finden sich Themen, die von hoher allgemein-gesellschaftlicher Relevanz sind oder in besonderer Weise die Erlebniswelt der SchülerInnen tangieren und von daher naturgemäß eine deutliche Betonung im Schulleben erfahren müssen. Dies kann sich in einer breit gefächerten unterrichtlichen Behandlung äußern, so dass viele Fächer aus den verschiedenen Fachbereichen in kooperativer Zusammenarbeit gemeinsam versuchen, bestimmte Erziehungsziele zu erreichen. Weiterhin kann die Beschäftigung mit solchen Schlüsselthemen weit über den aktuellen Tagesunterricht hinausgehen, indem sich Arbeitsgruppen aus SchülerInnenn sowie LehrerInnenn konstituieren, um ein gemeinsames, als richtig erkanntes Ziel zu verfolgen. Unterstützung von außen, z.B. von Seiten der Eltern und des Schulträgers, ist dabei gewünscht, ja bisweilen notwendige Voraussetzung. 4.4.1 Gesundheitserziehung Ziel der Gesundheitserziehung ist die eigen- bzw. mitverantwortliche Erhaltung und Verbesserung der eigenen Gesundheit. Fächerübergreifende Absprachen der Fächer Biologie, Deutsch, Religionslehre, Politik und Sport sollen eine effiziente Gesundheitserziehung ermöglichen. Dies wird sich zunehmend mehr in konkreten Beschlüssen und im praktischen Handeln im alltäglichen Schulleben niederschlagen. Wünschenswert sind darüber hinaus eine intensive Zusammenarbeit sowie konkrete und verlässliche Absprachen zwischen Elternhaus und Schule, um Verhaltensänderungen (Stichwort "gesunde Ernährung") auch langfristig im Bewusstsein der SchülerInnen zu etablieren. In Konkretisierung dieses Anliegens soll ein Diskussionsprozess zwischen SchülerInnen, Eltern und LehrerInnen in Gang gesetzt werden, mit dem Ziel, dem Nichtraucherschutz im Konsens aller betroffenen Gruppen Priorität einzuräumen. Unsere Schule sollte langfristig in Anerkennung der besonderen Verantwortung gegenüber der Gesundheit rauchender und nicht-rauchender Jugendlicher ein Lernort ohne Tabakkonsum werden. Unterstützung muss das grundsätzliche Anliegen der Gesundheitserziehung darüber hinaus auch durch den Schulträger erfahren, der die für die jeweilige Umsetzung notwendigen räumlichen und materiellen Voraussetzung bereitstellt. Gesundheits- und Sexualerziehung sind integrale Bestandteile des Menschenkundeunterrichtes in der Sekundarstufe I. In Anknüpfung an die Erarbeitung von Struktur- und Funktionszusammenhängen verschiedener wesentlicher Organsysteme wird die Gesundheitserziehung zu einem immanenten Unterrichtsprinzip des Faches Biologie. Hintergrund gesundheitserzieherischer Fragestellungen ist dabei stets die Erlebniswelt der SchülerInnen. Darüber hinaus wird für die Jahrgangsstufe 9 ein besonderes Angebot bereitgehalten: In Zusammenarbeit mit dem Malteser-Hilfsdienst bietet die Schule die Teilnahme an einem Erste-Hilfe-Kurs an. Dadurch soll u.a. dem Aspekt der sozialen Verantwortung dem Mitmenschen gegenüber Rechnung getragen werden. Sexualerziehung, ein zentraler Aspekt von Gesundheitserziehung, wird erst Unterrichts-gegenstand, wenn sich ein Vertrauensverhältnis zwischen Klasse und LehrerInnen entwickelt hat. Ein behutsames und die Bedürfnisse und Voraussetzungen der SchülerInnen berücksichtigendes Vorgehen sichert den Erfolg dieses wichtigen Erziehungszieles. Ein fachübergreifendes Curriculum wird zur Zeit erarbeitet. 4.4.2 Rechtserziehung Die Vorbereitung auf das Leben in einem Rechtsstaat gehört zur Erziehung im Sinne der freiheitlich-demokratischen Grundordnung und ist daher eines der übergeordneten Ziele von Schule. Zur Herausbildung eines allgemeinen Rechtsbewusstseins trägt unsere Schule in vielfacher Weise bei, vom Deutsch- und Fremdsprachenunterricht über den Unterricht in Geschichte, Erdkunde, Religion bis zum Philosophieunterricht. Hier werden bei der Behandlung vieler Themen Aspekte der Gerechtigkeit, von Recht und Unrecht, Gesetz und Gesetzlichkeit vermittelt. Damit werden grundlegende Orientierungspunkte geschaffen, die Maßstab für das Zusammenleben – auch in der Schule – sein sollen. In den Fächern Politik und Pädagogik gehören darüber hinaus zum Lehrplan auch eigene diesbezügliche Unterrichtsreihen, wie zum Beispiel "Jugendkriminalität", die auch mit Grundbegriffen und Institutionen des Rechts wie Strafe, Strafmündigkeit, Strafrecht, Rechtsprechung oder Gerichtsinstanzen bekannt machen. Arbeitsgemeinschaft Rechtskunde Da unsere Schule dem Bereich des Rechts auch als einem entscheidenden Lebensbereich eine große Bedeutung beimisst, bemühen wir uns seit vielen Jahren sehr erfolgreich, einer möglichst großen Zahl von Jugendlichen ein vertieftes Verständnis für diesen Bereich zu ermöglichen. Jedes Jahr meldet etwa die Hälfte der SchülerInnen der Jahrgangsstufe 10 ihr Interesse an einer Arbeitsgemeinschaft "Rechtskunde" an, die von RichterInnen und RechtsanwältInnen im Auftrag des Landgerichts Aachen durchgeführt wird. Diese Arbeitsgemeinschaft vermittelt grundlegende Informationen zu den Bereichen Zivilrecht und Strafrecht und behandelt besonders auch solche Aspekte, die von den TeilnehmerInnen gewünscht werden. Ein Besuch einer Gerichtsverhandlung unter fachkundiger Begleitung schließt die Unterrichtsreihe von zehn Doppelstunden ab. Budgetkürzungen auf Seiten des Landgerichts haben dazu geführt, dass gegenwärtig nicht mehr drei Kurse, wie in den letzten Jahren üblich, sondern nur noch zwei Kurse durchgeführt werden können. Wir bemühen uns darum, das Angebot wieder zu erweitern, um möglichst vielen Interessenten diese besondere Form der Rechtserziehung zugänglich zu machen. Gerichtsbesuche Für Klassen der Jahrgangsstufe 10 bietet darüber hinaus das Landgericht Aachen, unabhängig von der Arbeitsgemeinschaft Rechtskunde, einen Einführungstag unter dem Motto "Auf den Wegen des Rechts" an. Nach einleitenden Informationen durch RichterInnen des Landgerichts wird eine Führung durch das Landgericht geboten; anschließend wird eine Gerichtsverhandlung besucht, die dann in einer abschließenden Gesprächsrunde mit der begleitenden Richterin/dem Richter besprochen wird. Sowohl bei den zahlreichen Klassen, die an dieser Veranstaltung teilnehmen, als auch bei den begleitenden JuristInnen des Landgerichts finden diese Besuche ein sehr positives Echo. 4.4.3 Medienerziehung Medienerziehung an unserer Schule hat das Ziel, die "Medienpädagogik" zu einem integrativen Bestandteil in den Unterrichtsfächern zu machen. Sie unterteilt sich in zwei Bereiche: Medienerziehung im Bereich audio-visueller und gedruckter Medien, die vorwiegend fachbezogen genutzt werden; Medienerziehung in den Bereichen Computer und Internetnutzung, die sowohl fach-bezogen als auch fächerübergreifend genutzt werden. Um Erfahrung im Umgang mit dem Computer zu einem frühen Zeitpunkt zu schaffen, nimmt unsere Schule am Modellversuch KIRPP (Kommunizieren, Informieren, Reflektieren, Produzieren, Präsentieren) mit einer 6. Klasse teil. Hier werden Methoden des Zugangs junger SchülerInnen zum Computer sowie anderen Medien erprobt. In der 7. Klasse erfolgt für die gesamte Jahrgangsstufe eine fächerunabhängige Einführung in Textverarbeitung und Tabellenkalkulation mit dem Computer. Der Umgang mit Computern, Telekommunikation (Internet) sowie audio-visuellen Medien wird nach fachspezifischen Gesichtspunkten erlernt. In den Fremdsprachen werden dadurch medienauthentische Zugänge zu den Zielkulturen eröffnet und Muster authentischer Sprachvermittlung aufgezeigt. Das Internet kann für eine grenzüberschreitende Kommunikation in der Fremdsprache vom SchülerInnen eigenständig genutzt werden; das gilt besonders bei den Austauschprojekten. In den Gesellschaftswissenschaften werden audio-visuelle Quellen methodisch erschlossen und ausgewertet; dadurch wird die Anschaulichkeit erhöht und der affektive Zugang zu einzelnen Themen erleichtert. Hinsichtlich eigenständiger Recherchen, zum Beispiel beim Erstellen von Facharbeiten, werden die SchülerInnen durch Zugang zu Enzyklopädien und fachspezifischen Materialien tätig und können so die Ziele selbstständigen und wissenschaftspropädeutischen Arbeitens besser erreichen. In den Naturwissenschaften ergänzen die Medien das experimentelle Arbeiten, und die Simulation verdeutlicht experimentelle Ergebnisse. Der Computer ist wichtiges Hilfsmittel im Bereich der physikalischen Messungen und wird auch bei der selbsttätigen Erarbeitung von Lernprogrammen eingesetzt. Mit den modernen Kommunikationsmedien hat sich die Bedeutung von bildlichen Darstellungen gewandelt, da sie allgegenwärtig sind. Daher werden die traditionellen Aufgaben des Faches Kunst ergänzt: Das Verständnis bildlicher Information soll sichergestellt und ihre sachgemäße Erstellung und Bewertung im Kontext der neuen Medien eingeübt werden. Die rasche Entwicklung neuer Technologien auch für den Bereich der akustischen Wahrnehmung zeigt sich etwa bei der Produktion und Rezeption heutiger Musik und gewinnt durch die wachsende Bedeutung international genormter Systeme (Midi, MP 3) zunehmend auch im Amateurbereich Bedeutung. Viele Jugendliche machen heute ihre erste Musikerfahrung mit Hilfe von elektronischen Medien (Computer, Keyboard etc.). Daher muss ein zeitgemäßer Unterricht auch Kenntnisse und Fertigkeiten im Umgang mit elektronischer Technik vermitteln und über ihre gesellschaftlichen und kulturellen Folgen aufklären. Die ständige Weiterbildung technologischer Kompetenz bei LehrerInnen muss durch die notwendigen Anschaffungen stetig ergänzt werden. Insgesamt erfolgt die Verwendung von Medien in drei Dimensionen: Medial vermittelte Ausschnitte von Wirklichkeit werden selbst zum Gegenstand des Unterrichts. Sie eröffnen Zugänge zu den formalen, funktionalen und ästhetischen Kategorien medialer Texte wie z.B. Nachrichten, Dokumentationen, Video-Clips und Seifenopern, bildlichen Darstellungen und akustischen Produkten. Sie fördern Sprachlernprozesse durch authentische Sprachmuster. Dieses Vorgehen eröffnet den SchülerInnen neue Möglichkeiten im Bereich des selbstbestimmten Lernens und für die Entwicklung interkultureller Handlungsfähigkeit. Die Medienerziehung sollte bausteinartig erfolgen und fächerübergreifende Anteile berücksichtigen. Dann kann in der Sekundarstufe II auf den in Sekundarstufe I erworbenen Grundlagen aufgebaut werden. Beim Gebrauch der Telekommunikation sollten Strategien entwickelt werden, die die sprachliche Kompetenz durch Umgang mit authentischem Material erweitern, die Datenfülle zielgerecht eingrenzen, sowohl zur methodischen Kompetenz in der Nutzung von Programmen und Übermittlungssoftware als auch zu eigenständiger Projektarbeit führen. Dabei ist die Reflexion von Lernwegen und Strategien sowie das Verhältnis von Aufwand und Ertrag bei der Ermittlung von Informationen von zentraler Bedeutung. Zur Verwirklichung dieser Ziele ist unsere Schule mit den erforderlichen Medien ausgestattet. Ziel soll die Schaffung von "Medienzentren" sein; der Größe der Schule entsprechend müssen vier solcher Zentren angestrebt werden. Darin muss für je zwei SchülerInnen ein Computer mit entsprechender Peripherie zur Verfügung stehen; sie sollten außerdem mit digitaler Kamera und einer kleinen Handbibliothek ausgestattet sein. Diese Medienzentren sollen Raum und Muße zum Lesen, Gelegenheit zu Bild- und Tonerstellung und deren Verarbeitung, Möglichkeiten zum Arbeiten mit PC und Programmen und die Möglichkeit der Internet-Recherche bieten. 4.4.4 Umwelterziehung In der Öffentlichkeit – vor allem in den Medien – werden Umwelt-Themen gerne aufgegriffen und meist mit der Einsicht kommentiert, dass etwas geschehen müsse. Eine Einigung darüber, wie die Umsetzung solcher Forderungen in konkretes Handeln ausfallen solle, findet kaum statt. So bleibt es weitgehend den SchülerInnen und ihren Familien überlassen, wie sie sich in ihrem privaten Bereich umweltgerecht verhalten. Weil uns das zu unverbindlich ist, bemühen wir uns am Gymnasium am Wirteltor seit Jahren darum, im Lebensbereich Schule nach Möglichkeiten für umweltbewusstes Handeln zu suchen, entsprechende Verhaltensweisen den SchülerInnen nahe zu bringen und sie zu befähigen, sich umweltbewusst zu verhalten. Dabei soll die Einsicht, dass "diese Welt auch meine Welt ist" und dass das Prinzip der Nachhaltigkeit im Umgang mit den Ressourcen der Natur die Aufgabe aller ist, an unserer Schule zum Mittun anregen und möglichst auch über das unmittelbare Umfeld Schule hinaus in den privaten Lebensbereich der SchülerInnen hineinwirken. Verantwortliches Handeln setzt Wissen voraus, um sich mit Problemlagen kritisch auseinandersetzen zu können. Im Bereich der Umwelterziehung sollen verschiedene Fächer laut ihrer curricularen Vorgaben einen Beitrag dazu leisten, dieses Wissen den SchülerInnen zu vermitteln und damit über verschiedene Zugänge Betroffenheit zu erzeugen. Als Beispiele seien genannt: Der Biologieuntericht der Jahrgangsstufe 8 ist für die Umwelterziehung von besonderer Bedeutung. Systematische, ökologische und allgemeinbiologische Ansätze werden miteinander unter dem Leitfaden der biologischen Systematik verknüpft. Unterrichtsgänge in die direkte Umgebung der Schule mit feldbiologischen Arbeiten liefern die Basis für die Entwicklung grundlegenden ökologischen Denkens durch Untersuchung der Beziehungen zwischen Lebewesen und ihrer unbelebten Umwelt. Die Erörterung von Gesichtspunkten des Naturschutzes an lokalen Beispielen schließt mögliche Zielkonflikte zwischen Forderungen des Naturschutzes und der Landnutzer bewusst mit ein. Entscheidend ist bei alledem der Bezug zur Heimatregion. Die Erdkunde soll die Vernetzung der Natur mit den Handlungsweisen der Menschen in einzelnen Regionen deutlich machen; das kann beispielsweise in Klasse 5 mit der Erfassung der Auswirkungen des Tourismus auf das Landschaftsgefüge im Watt, in den Alpen oder auch in der Eifel beginnen, kann sich fortsetzen mit dem Vergleich konventioneller und alternativer Landwirtschaft für den Boden und enden in der Jahrgangsstufe 13 bei Raumplanungsfragen; so können zum Beispiel die Bedeutung der Verkehrsplanung der Stadt Düren und der Industrieansiedlungen für die Umweltbelastung untersucht und diskutiert sowie Vermeidungsstrategien dazu entwickelt werden. Der Politikunterricht in der Klasse 6 behandelt das Thema "Umweltschutz – Wohin mit dem Müll?" und bettet das gegebenenfalls im Rahmen eines Planspiels in das Thema "Politik in der Gemeinde" ein. Der Physikunterricht vermittelt sowohl Grundkenntnisse der Energieumsetzungsprozesse (Energieerhaltung, Energieverwertung) als auch Sachwissen über technische Voraussetzung der Nutzung fossiler oder erneuerbarer Energien. (Eine detaillierte Auflistung folgt im Anhang, eine fachspezifische Einordnung innerhalb der Darstellung der Fachcurricula.) Wissen soll Betroffenheit erzeugen; dabei sollen die Freude an Gestaltungsmöglichkeiten im Umfeld (z.B. Anlage eines Schulteichs) sowie die positive Erfahrung bei eigener Anstrengung (z.B. die effektive Energieeinsparung nach intensiv durchgeführtem Projekt) genutzt werden; ebenso wie das Verarbeiten von Enttäuschungen geübt und das Erfahren von oft begrenzten Wirkmöglichkeiten ausgehalten werden müssen. Dazu tragen nun schon seit Jahren vielfältige Projekte und Aktionen bei, die das Ziel haben umweltbewusstes Handeln zu fördern. So sind Einführung und schulinterner Vertrieb von Umweltpapier, Mülltrennung und Müllvermeidungskonzepte für unsere Schule bereits selbstverständlich. Dazu werden auch seit Jahren im Schulgelände ausschließlich Pfandflaschen ausgegeben, bei Schulfesten u. ä. Veranstaltungen wird grundsätzlich auf Einweggeschirr verzichtet, der Einsatz des Spülmobils ist obligatorisch. Darüber hinaus beschäftigt sich eine Arbeitsgemeinschaft seit zwei Jahren intensiv mit der Möglichkeit der Energieeinsparung. SchülerInnen sowie für diesen Bereich Verantwortliche des Schulträgers stehen dabei in ständigem Austausch und haben im Januar 1999 ein Programm zur Reduzierung des Stromverbrauches und zum Einsparen von Heizenergie aufgelegt. Selbstverständlich werden auf diese Weise alle im Schulgebäude Agierenden – LehrerInnen und SchülerInnen, Sekretärinnen und Hausmeister – zum Mitdenken und Handeln aufgefordert. Und es zeigt sich, dass die anleitende und steuernde Funktion der zunächst verantwortlichen LehrerInnen mehr und mehr einem partnerschaftlichen Miteinander weicht, getragen von einem gemeinsam als richtig erkannten Ziel. So können mittlerweile auch erste Erfolge vorgewiesen werden, die zu weiteren Anstrengungen führen und zu Optimismus Anlass geben. Die aus dem Energieprojekt erzielten Einsparungen sollen letztlich der Schule unmittelbar als zusätzliche Mittel vom Schulträger zur Verfügung gestellt werden. Ein entsprechender Vertrag mit der Stadt wird angestrebt. Ergänzung findet dieses Projekt durch eine Modell-Solaranlage. Der Solarstrom wird in das öffentliche Stromnetz eingespeist. Die Betreuung sowie fachspezifische Auswertungen werden hier durch das Fach Physik übernommen. In Anerkennung und zur Unterstützung dieser Aktivitäten wurde unserer Schule seitens der Bezirksregierung der Titel "Ökologische Schule" verliehen. Die programmatische Bedeutung der Umwelterziehung wird dadurch in hervorragender Weise unterstrichen. Dementsprechend fühlt sich die Schule verpflichtet, mit ihren Aktivitäten den Prozess der "Lokalen Agenda 21", dem die Stadt Düren beigetreten ist, mitzugestalten. 4.4.5 Eine-Welt-Problematik Durchgehender Aspekt in allen Jahrgangsstufen, aber unter möglichst verschiedenen Gesichtspunkten ist die Eine-Welt-Problematik, die sich nicht auf das Phänomen "Globalisierung" beschränken darf, sondern Einsicht, Sensibilität und Verantwortungsbewusstsein wecken muss. Hintergründe, Theorien und Strategien, weltanschauliche und kulturelle Sichtweisen werden im Unterricht erarbeitet, beginnend mit den Fächern des gesellschaftlichen Aufgabenfelds und Religionslehre, in der Sekundarstufe II ausgeweitet auf die modernen Fremdsprachen. (Eine Tabelle mit thematischer Zuordnung findet sich im Anhang.) Niederschlag findet die Auseinandersetzung mit der Eine-Welt-Problematik innerschulisch bei Aktionen und Einsätzen wie dem Bazar am Elternsprechtag, der Entscheidung über die Verwendung des Schulfesterlöses, bei Sammel- und Hilfsaktionen sowie einer (geplanten) permanenten Dokumentationswand, außerschulisch im Besuch von Hilfswerken und der Teilnahme an Veranstaltungen zum Thema.
Das Schulprogramm (Teil 4) als Download (pdf). |