2. Schulspezifische Ausprägung des Bildungsgangs

Gymnasium am Wirteltor, Düren
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2.1 Schwerpunkte der Unterrichts- und Bildungsarbeit
2.1.1 Fremdsprachlicher Bereich
2.1.2 Naturwissenschaftlicher Bereich
2.1.3 Gesellschaftswissenschaftlicher Bereich
2.1.4 Künstlerischer Bereich
2.1.5 Religionspädagogischer Bereich
2.1.6 Sportlicher Bereich
2.1.7 Erprobungsstufe - Raum des Übergangs von der Grundschule zu unserer Schule
2.1.8 Ergänzungsunterricht
2.2 Fachlehrpläne
2.3 Lehrplan für das fächerübergreifende Arbeiten
2.3.1 Unterricht im Differenzierungsbereich
2.3.2 Fächerverbindende Projekte
2.3.3 Lernen des Lernens
2.4 Grundsätze der äußeren Unterrichtsversorgung
2.4.1 Grundsätze der Unterrichtsverteilung
2.4.2 Grundsätze der Stundenplangestaltung
2.4.3 Raumangebot und Raumnutzung
2.4.4 Bauliche Weiterentwicklung und Ausstattung mit Medien



2 Schulspezifische Ausprägung des Bildungsgangs

2.1 Schwerpunkte der Unterrichts- und Bildungsarbeit


Die Unterrichtsfächer unserer Schule ergeben sich prinzipiell innerhalb der Sekundarstufe I (Klassen 5–10) aus der für Nordrhein-Westfalen gültigen Stundentafel und innerhalb der Sekundarstufe II (Jahrgangsstufen 11–13) aus den Bestimmungen der Kultusministerkonferenz für die differenzierte Oberstufe.

Das sind – je nach Jahrgangsstufe verschieden – die Fächer des sprachlich-literarisch-künstlerischen Aufgabenfeldes (Deutsch, die – weiter unten beschriebenen – an unserer Schule angebotenen Fremdsprachen, Literatur, Kunst, Musik), des gesellschaftswissenschaftlichen Aufgabenfeldes (Geschichte, Erdkunde, Politik, Sozialwissenschaften, Philosophie, Pädagogik) und des mathematisch-naturwissenschaftlich-technischen Aufgabenfeldes (Mathematik, Biologie, Chemie, Physik, Informatik und das in Düren nur an unserer Schule angebotene Fach Technik) sowie die Fächer Religionslehre und Sport.

Für alle diese Fächer sind in den Fachkonferenzen schulinterne Curricula (Sekundarstufen I und II) erstellt worden. Diese liegen als Anhang dem Schulprogramm bei.

Für den Oberstufenunterricht hat sich wegen der Größe unserer Jahrgangsstufen ein sehr breites Angebot im Leistungskursbereich entwickelt. Neben den Fächern Deutsch, Englisch und Mathematik versuchen wir regelmäßig die Einrichtung von Leistungskursen in Französisch, Spanisch, Kunst, Geschichte, Erdkunde, Sozialwissenschaften, Erziehungswissenschaft, Biologie, Chemie, Physik und Sport sicherzustellen, zum Teil auch in Kooperation mit den anderen Dürener Gymnasien.

Unsere Schule entspricht also nicht mehr einem speziellen gymnasialen Typus, sondern bietet Raum für individuelle Schwerpunktsetzung nach Begabung und Neigung.

Im Folgenden werden die Fachbereiche mit ihren Unterrichtsvorhaben und Beiträgen zum Schulleben näher beschrieben. Dabei bleiben die für alle SchülerInnen verbindlichen und durchgehend unterrichteten Fächer Deutsch und Mathematik zunächst unberücksichtigt, da ihre Stellung und Funktion bei der Darstellung der einzelnen Fachlehrpläne hinreichend betrachtet wird.


2.1.1 Fremdsprachlicher Bereich

Der fremdsprachliche Bereich ist schon lange einer der Schwerpunkte unserer Schule.

In der Jahrgangsstufe 5 beginnen alle SchülerInnen mit Englisch als erster Fremdsprache, in Klasse 6 besteht eine Wahlmöglichkeit zwischen Französisch und Latein als zweiter Fremdsprache. Die nicht gewählte Fremdsprache kann in der Jahrgangsstufe 8 im Rahmen des Differenzierungsunterrichts als dritte Fremdsprache hinzu gewählt werden, außerdem steht hier auch das Fach Spanisch zur Wahl. In der Jahrgangsstufe 10, die im G8-Modell den Beginn der gymnasialen Oberstufe markiert, wird Spanisch ebenfalls als neu einsetzende Fremdsprache angeboten, damit die an unserer Schule angestrebte Mehrsprachigkeit auch dann noch in der Oberstufe erreicht werden kann, wenn in den früheren Differenzierungen Latein bzw. ein naturwissenschaftliches, gesellschaftswissenschaftliches oder künstlerisches Fach gewählt wurde. Russisch wird derzeit aufgrund fehlender Nachfrage seitens der Schülerinnen und Schüler nicht angeboten.
Englisch, Französisch und Spanisch werden in der Qualifikationsphase 11 und 12 als Grund- und Leistungskurse unterrichtet; das Latinum kann von allen SchülerInnen, die in der Oberstufe den Lateinunterricht erfolgreich fortsetzen, erworben werden. Damit können die Pflichtbedingungen in allen diesen Fremdsprachen erfüllt werden.


Der bilinguale englische Bildungsgang

Das Gymnasium am Wirteltor ist eine Schule mit bilingualem Zweig Englisch, der SchülerInnen durch ein erweitertes Unterrichtsangebot die Fähigkeit vermittelt, die englische Sprache in vielfältigen Situationen anwenden zu können: Der bilinguale Zweig bereitet die SchülerInnen in besonderer Weise auf die sprachlichen und kulturellen Gegebenheiten in einem zusammenwachsenden Europa sowie in der englischsprachigen Welt vor. Auch dem zunehmenden Bedürfnis nach sicherer Beherrschung der englischen Sprache in vielfältigen Wissensgebieten als Vorbereitung für das Berufsleben oder ein Studium trägt der bilinguale Unterricht Rechnung.

Wer im 5. Schuljahr in den bilingualen Zweig Englisch eintritt, braucht keine speziellen Kenntnisse, sollte aber eine Begabung für das Fach Deutsch sowie für mündliche und schriftliche Kommunikation haben. Grundlage ist eine grundsätzliche Eignung für das Gymnasium sowie eine erhöhte Belastbarkeit und Konzentrationsfähigkeit. Die SchülerInnen erhalten in der 5. und 6. Jahrgangsstufe je sieben Wochenstunden Englischunterricht, um eine breite und zuverlässige Basis der fremdsprachlichen Fähigkeiten und Kenntnisse zu erhalten. In der 7. Klasse setzt dann der eigentliche bilinguale Sachfachunterricht in dem Fach Erdkunde ein, das 3-stündig in englischer Sprache unterrichtet wird. Zu diesem Zeitpunkt wird auch eine bis zu 10-tägige Fahrt nach England durchgeführt, bei der die SchülerInnen das bisher Erlernte in Alltagssituationen in englischen Familien erproben können und wichtige kulturelle und geographische Informationen über England in direkter Anschauung vermittelt bekommen. In Klasse 8 wird neben Erdkunde (2-stündig) auch das Fach Politik (3-stündig) in englischer Sprache erteilt, in Klasse 9 Erdkunde und Geschichte und in Klasse 10 Geschichte und Politik (jeweils 2-stündig).

Nach der Klasse 10 wird der bilinguale Unterricht in den Fächern Erdkunde und Geschichte (jeweils 3-stündig) fortgesetzt, während der Englischunterricht nach der Stundentafel erteilt wird. Das Abitur mit einer bilingualen Zusatzqualifikation wird erreicht mit einem Leistungskurs im Fach Englisch, der der erweiterten Sprachkompetenz Rechnung trägt, und in einer englischsprachigen Prüfung in Erdkunde oder Geschichte im 3. oder 4. Abiturfach. Bei einem entsprechenden Lehrerangebot kann das Fächerangebot erweitert werden. In der Jahrgangsstufe 12 wird ferner der APIEL-Test angeboten (Advanced Placement International English Language), der eine Zertifikation der Englischkenntnisse durch eine international anerkannte Organisation (College Board, English Testing Service, Princeton, USA) außerhalb der Schule ermöglicht.

Der bilinguale Unterricht ist an die Lehrpläne des jeweiligen Faches gebunden und somit auch in das allgemeine Unterrichtsangebot unserer Schule eingebettet. Deshalb nimmt er keine Sonderstellung ein, sondern ist integraler Bestandteil des Schullebens. Er soll jedoch in spezifischer Weise dazu beitragen, durch Perspektivenwechsel und die besondere Auswahl von englischsprachigen Medien die eigene Lebenswirklichkeit zu reflektieren und somit Vorurteile und Klischees zu überwinden. Hierzu sollen auch Formen grenzüberschreitenden Lernens (fächerübergreifender Unterricht, Lernen vor Ort) herangezogen werden.

Der bilinguale Unterricht sensibilisiert die SchülerInnen für die Rolle von Sprache im Allgemeinen und die Bedeutung des Englischen als "lingua franca" im Besonderen. Deshalb leistet er einen bedeutenden Beitrag zum interkulturellen Lernen. Wenn auch eine Zweisprachigkeit auf muttersprachlichem Niveau nicht erreicht werden kann, so werden doch vertiefte Sprachkenntnisse vermittelt, die weiter ausbaufähig sind und den allgemeinen, vom Europarat herausgegebenen europäischen Referenzrahmen für das Lernen und Lehren von Sprachen in hohem Maße erfüllen.


Austauschmaßnahmen

Seit vielen Jahren hat der Austausch von SchülerInnen mit Partnern an ausländischen Schulen einen hohen Stellenwert für unser Gymnasium, da wechselseitige Eindrücke unterschiedlicher Formen von Schule, das Erleben einer fremden Familie in ihrem Alltag sowie sprachliche und kulturelle Begegnung das Verständnis anderer Menschen und Kulturen fördern und zu mehr Toleranz, Lebenserfahrung und Selbständigkeit erziehen.

Am Ende der Sekundarstufe I bietet unsere Schule als Zertifizierte Europaschule in NRW unseren Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit eines berufsvorbereitenden Praktikums im europäischen Ausland.

Bereits in der Klasse 10, vor allem aber in der Sekundarstufe II sind im Hinblick auf das in den Richtlinien geforderte Ziel der "interkulturellen Handlungsfähigkeit" die direkten Kontakte mit anglo- und frankophonen Sprechern, sei es im Ausland, in unserer Schule oder bei internationalen Begegnungen, von besonderer Bedeutung.

Dieses interkulturelle Lernen trägt dazu bei, dass unsere SchülerInnen vor allem in anglo- und frankophonen Ländern lernen, Signale der Alltagskultur zu deuten und adäquat darauf zu reagieren. Dieses Wissen über die ausländische PartnerInnen und deren Einbindung in den spezifischen Kulturraum sollen sie als dynamisches Wissen begreifen und es in Bezug zu ihren individuellen Einstellungen, Haltungen und Weltsichten stellen bzw. zwischen ihnen vermitteln.

Der fremdsprachliche Unterricht wird ergänzt durch die Arbeit eines britischen Fremdsprachen-assistenten bzw. einer -assistentin. Sie begleiten den bilingualen Unterricht und bieten für interessierte OberstufenschülerInnen Conversation Classes an.

Geplant ist eine erweiterte Kommunikation mit anderen Schulen durch das Internet. Dieses Ziel wird auch von einzelnen SchülerInnenn verfolgt, die bereits eigene Homepages in englischer Sprache eingerichtet haben, mit und ohne Betreuung durch LehrerInnen.



2.1.2 Naturwissenschaftlicher Bereich

Fächerangebot und Ausstattung

Der Fachbereich Naturwissenschaft umfasst die Fächer Physik, Biologie, Chemie, Informatik und Technik.

In der Geschichte der Schule haben diese Fächer eine bedeutende Rolle gespielt. Dieser Tradition fühlt sich unsere Schule verpflichtet und dokumentiert mit diesem breiten Fächer-angebot wie auch in den räumlichen und apparativen Voraussetzungen, dass die intensive Auseinandersetzung mit naturwissenschaftlichen Fragestellungen eine allgemeine gesellschaftliche Relevanz besitzt und sich diese herausgehobene Bedeutung auch im Alltag unserer Schule widerspiegelt.

Die pädagogischen, fachdidaktischen und methodischen Voraussetzungen für einen in diesem Sinne zeit- und richtliniengemäßen naturwissenschaftlichen Unterricht sind hervorragend.

Neben jeweils großen Übungsräumen für selbstständiges praktisches Arbeiten in kleineren SchülerInnengruppen und Hörsälen für die theoretische Nachbereitung verfügt unsere Schule über außergewöhnlich umfangreiche naturwissenschaftliche Sammlungen, was nicht zuletzt Ergebnis der fruchtbaren Zusammenarbeit mit ortsansässigen Firmen sowie der Forschungsanstalt in Jülich ist.

Besonders OberstufenschülerInnen erhalten hier unter Anleitung die Gelegenheit, über den Unterricht hinaus wissenschaftspropädeutisch zu experimentieren und Ergebnisse computerunterstützt auszuwerten – und dies besonders im Hinblick auf die vielfältigen Wettbewerbe
(s. 4.1.1), die von der Schule initiiert und unterstützt werden. Darüber hinaus steht ein Computerraum auch für Klassen und Kurse der Naturwissenschaften zur Verfügung. Fachspezifische Lernprogramme, computerunterstützte Modelle sowie virtuelle Simulationen kommen hier zum Einsatz. Die Einrichtung eines zweiten Computerraumes mit modernen Geräten wurde im Jahr 2001 realisiert. Damit sind vor allem für das Fach Informatik, das ab Jahrgangsstufe 11 angeboten wird, beste apparative Voraussetzungen gegeben. Zum anderen eröffnen sich zusätzliche Möglichkeiten der spontanen und situationsabhängigen Nutzung für Klassen und Kurse. Verschiedene Arbeitsgemeinschaften nutzen bereits jetzt in der Informatik das vorhandene Angebot (z.B. Internet-AG der Oberstufe).

Darüber hinaus sind alle naturwissenschaftlichen Sammlungen mit Computern ausgerüstet. Anwendungsbezogene Programme können je nach Fragestellung und situationsabhängig auch spontan im Unterricht eingesetzt werden. Ein Schwerpunkt computerunterstützten Arbeitens ist vor allem die Messwerterfassung in nahezu allen Fächern der Naturwissenschaften.

Neben dem klassischen naturwissenschaftlichen Fächerkanon stellt das Fach Technik – ebenfalls mit Beginn der Jahrgangsstufe 11 angeboten – ein zusätzliches Angebot und eine praxisorientierte Ergänzung dar.

In den Fächern Physik, Chemie und Biologie werden entsprechend der SchülerInnennachfrage Leistungskurse unter Berücksichtigung der allgemeinen Aspekte der Unterrichtsversorgung angeboten.


Weitere fördernde Maßnahmen

In Zusammenarbeit mit SchülerInnen aller Jahrgangsstufen präsentieren die naturwissen-schaftlichen Fächer an einem "Tag der Naturwissenschaften" Ergebnisse unterrichtlicher Arbeit. Insbesondere die Selbsttätigkeit steht hierbei im Vordergrund.

In kleinen Gruppen wird experimentiert und informiert. Eltern, MitschülerInnen und FreundInnen bekommen somit einen unmittelbaren Einblick in schulisches Arbeiten. Besonderer Wert wird darauf gelegt, dass das Material dem Unterrichtsalltag entstammt, um so ein möglichst authentisches Bild naturwissenschaftlicher Arbeitsweisen an unserer Schule zu geben.

Ergänzt wird das Angebot dieses Tages durch einen Fachvortrag eines renommierten Wissenschaftlers. Dieser Tag wird etwa alle drei Jahre durchgeführt, so dass SchülerInnen im Rahmen ihrer Schullaufbahn in jeder Stufe einmal aktiv teilnehmen können.

Auch Exkursionen spielen in den Naturwissenschaften eine bedeutende Rolle. Die originäre Begegnung mit lebenden Objekten (Kölner Zoo), der Besuch einer chemischen Produktionsanlage (Fa. Bayer, Leverkusen) oder in einem Kraftwerk (RWE, Weisweiler) seien hier exemplarisch genannt. Unterricht und Lebenswelt werden damit nachvollziehbar verknüpft, die Schule öffnet sich, naturwissenschaftliches Fachwissen wird in seinen Anwendungsmöglichkeiten, aber auch in seiner gesamtgesellschaftlichen Bedeutung erfahr-bar.

Die traditionsreiche Zusammenarbeit mit der Dürener Firma AKZO sei hier besonders herausgestellt. Ganz konkrete Angebote (Facharbeiten) bis hin zu internationalen Begegnungsmöglichkeiten werden für unsere SchülerInnen durch diesen fruchtbaren Kontakt, für den unsere Schule dankbar ist, bereit gehalten. Über diese Verbindungen zur Industrie hinaus steht unsere Schule in einem ständigen Austauschprozess mit den Hochschulen in Aachen und Köln sowie der Fachhochschule in Jülich und der dortigen Forschungsanstalt. Insbesondere der Übergang von der Schule an die Universität soll durch konkrete Informationen und Begegnungen vor Ort erleichtert werden.

Unter diesem Aspekt ist auch das Informationsangebot ehemaliger SchülerInnen unserer Schule zu sehen. In unregelmäßigen Abständen, häufig in Verbindung mit dem Tag der Naturwissenschaften berichten StudentInnen aus den unterschiedlichsten Fachbereichen der Hochschulen in der Region über ihre Studienerfahrungen und geben Tipps, um vor allem den Einstieg zu erleichtern. Diese Veranstaltung wird von OberstufenschülerInnen gern in An-spruch genommen. Durch die Vielfalt dieses Informationsangebotes können Entscheidungen unserer AbiturientInnen über mögliche Berufe oder Studiengänge im naturwissenschaftlichen Bereich durchaus erleichtert werden.

Arbeitsgemeinschaften (s. 4.1.1) sind ein ergänzender und erweiternder Beitrag, interessierten SchülerInnen ein Engagement über den Unterricht hinaus zu ermöglichen.

Dabei steht der fachliche Aspekt nicht einmal immer im Vordergrund. SchülerInnen, die über Jahre die Tiere der Biologie-Sammlung betreuen und pflegen, erfahren hautnah die Bedeutung verantwortungsbewussten Handelns. Angebote mit Bezug zur technischen Lebenswelt halten die Fächer Physik, Chemie und Technik bereit. In der Informatik werden immer wieder anwendungsbezogene Kurse gerade für die Mittelstufe eingerichtet. In der Oberstufe kommt es erfreulich häufig zu Kooperationen mit anderen Fächern. Die Ergebnisse dieser AGs überschreiten oftmals den schulischen Rahmen – auch dies eine Form der Öffnung von Schule.

Die Bedeutung des naturwissenschaftlichen Unterrichtes spiegelt sich auch im Angebot des Differenzierungsbereiches wider (s. 2.3.1). In einem fächerverbindenden Thema arbeiten die Fächer Biologie und Chemie in höchst effektiver Weise zusammen. Denkbar sind hier für die Zukunft auch Beteiligungen der Fächer Physik, Technik und Informatik – nicht um das Angebot anderer Fachbereiche einzuschränken, sondern um den Wünschen der SchülerInnen der Jahrgangsstufe 9, die erfahrungsgemäß hier in großer Zahl einen Schwerpunkt setzen wollen, noch besser gerecht werden zu können.

Hervorzuheben unter der Vielfalt fördernder Maßnahmen ist in jedem Fall die Tradition naturwissenschaftlicher Wettbewerbe. Experimentelles Arbeiten und kreative Problemlösung stellen besondere Anreize für zusätzliches persönliches Engagement im naturwissenschaftlichen Bereich dar. In diesem Sinne versuchen der hausinterne Wettbewerb "Jahresarbeiten am GAW" (s. 4.1.1) sowie der bundesweite Wettbewerb "Jugend forscht", SchülerInnen über den Unterricht hinaus besondere Möglichkeiten individueller Entfaltung zu geben.

Die Olympiaden in den Fächern Mathematik, Physik und Chemie sowie der Bundes-wettbewerb Informatik geben zusätzlichen Raum für selbsttätiges vorwissenschaftliches Arbeiten.


2.1.3 Gesellschaftswissenschaftlicher Bereich

Unterricht in den gesellschaftswissenschaftlichen Fächern soll SchülerInnen Orientierungshilfe und Problembewusstsein vermitteln. In einer Welt, in der technisch immer mehr machbar ist, räumliche Entfernung unbedeutend und die Komplexität der Erscheinungen immer stärker geworden sind, kommt den Gesellschaftswissenschaften große Bedeutung zu.

Hier sollen so unterschiedliche Fächer wie Geschichte, Erdkunde und Politik in der Sekundarstufe I, die durch die Fächer Philosophie, Sozialwissenschaften und Pädagogik in der Oberstufe ergänzt werden, die SchülerInnen mit den Problemen des Zusammenlebens konfrontieren.

Als Grundlage für die intensive Beschäftigung mit diesen Problemen wird im Differenzierungsbereich ab Klasse 9 immer auch ein Kurs mit Schwerpunkt im gesellschaftswissenschaftlichen Bereich angeboten und von SchülerInnen gerne gewählt.

Die Bedeutung dieser Fächer an unserer Schule wird auch dadurch deutlich, dass in der Oberstufe immer Leistungskurse im gesellschaftswissenschaftlichen Bereich eingerichtet werden konnten – auch durch Kooperation mit den anderen Dürener Gymnasien. Das Arbeiten in diesem Fachbereich erfordert große Flexibilität im Umgang mit den Methoden, die zur Erkenntnisgewinnung eingesetzt werden.

Darüber hinaus ist eine gute räumliche und technische Ausstattung nötig: Auf diesem Gebiet wird in Zukunft einiges geschehen müssen, denn außer einem gut ausgestatteten Erdkunde-raum gibt es für die übrigen Teilbereiche keine eigenen Räumlichkeiten, so dass Materialien verstreut untergebracht und z.T. nicht ohne Unterrichtsstörung verfügbar sind.

Zunächst soll im Nebengebäude Marienstraße ein Arbeitsraum für die Gesellschafts-wissenschaften eingerichtet werden, da nach dem Umbau die Möglichkeit dazu gegeben ist.

Trotz der nicht befriedigenden räumlichen Situation sind in den letzten Jahren in diesem Fachbereich Arbeiten geleistet worden, deren Ergebnisse über den Unterricht hinausreichen:

Projekte im Bereich Pädagogik (z.B. Gestaltung des Kaiserplatzes)

Ausstellungen im Fach Geschichte (z.B. 1995 zum 8. Mai 1945)

Vorträge und Podiumsdiskussionen im Fach Sozialwissenschaften/Politik (z.B. zur Problematik von Entwicklungspolitik)

Wie in anderen Bereichen so gibt auch im gesellschaftswissenschaftlichen Bereich die Teilnahme an offiziellen Wettbewerben SchülerInnen Gelegenheit, ihr Wissen und ihre Fertigkeiten mit anderen überregional zu vergleichen. Sowohl im Wettbewerb der Bundeszentrale für politische Bildung als auch im Wettbewerb "Deutschland und seine östlichen Nachbarn" haben in der Vergangenheit die teilnehmenden Klassen bzw. einzelne SchülerInnen Erfolge errungen.


2.1.4 Künstlerischer Bereich

Im künstlerischen Bereich blicken wir an unserer Schule auf eine langjährige Tradition kultureller Lebendigkeit auf der Basis eines intensiven fachlichen Unterrichtsangebots für alle SchülerInnen zurück.

Auch in Zukunft wollen wir diesen eingeschlagenen Weg konsequent weitergehen. Unser Verständnis von Bildung umfasst den ganzen Menschen. Es beinhaltet daher notwendig auch kreative Möglichkeiten. Leben und Lernen sollten nach Möglichkeit alle Sinne einbeziehen.

Eine Kreativitätsförderung, die im künstlerischen Bereich ansetzt, kommt auch denjenigen zugute, die ganz andere Interessenschwerpunkte haben, denn Kreativität wird in allen Berufs- und Lebensbereichen zunehmend gefordert sein.

Chancen für künstlerisch interessierte SchülerInnen kann man sich leicht vorstellen: Bei Aufführungen und Ausstellungen können junge Menschen schon früh sich oder ihre Produktionen präsentieren, sie erfahren vielfältige künstlerische Anregungen und können praktische Erfahrungen sammeln und reflektieren.

Innerhalb des künstlerischen Fachbereichs wird auf konzeptionelle und praktische Zusam-menarbeit sowie entsprechende Offenheit gegenüber allen anderen Bereichen großer Wert gelegt.

Mit Blick auf unsere Schule als Ganzes und ihre Ziele sind wir überzeugt, dass sachgerechter Umgang mit Materialien, Werkzeugen, Instrumenten, modernen und traditionellen visuellen und auditiven Medien, sensibles Hinhören und feines Sehen der Kultur des guten Umgangs miteinander und mit unserer Umgebung förderlich sind.

Fächerangebot

Um unseren SchülerInnen den Übergang von der Grundschule zum Gymnasium zu erleichtern, legen wir besonderen Wert darauf, in den Jahrgangsstufen 5 und 6 Kunst und Musik 2-stündig zu erteilen. Gerade in dieser frühen Phase ist das Lernen mit allen Sinnen und mit besonders großem Spaß in seiner Funktion des Ausgleichs zu den stärker kognitiven Anteilen genauso wichtig wie die fachgerechte Grundlegung von z.B. gesanglichen und instrumentalen oder zeichnerischen Fertigkeiten.

Die ersten Ausstellungen im Schulgebäude und vor allem in den Klassenräumen und Aufführungen der Unterstufenchöre und Instrumentalgruppen fördern die Identifikation mit der Schule.

Zwei Angebote, die bei uns eine lange Tradition haben, bilden eine Besonderheit unseres Gymnasiums, die uns von vielen anderen unterscheidet. Diese Angebote sind möglich, weil bei uns eine vergleichsweise große Zahl an ausgebildeten KunstlehrerInnen arbeitet.

Das eine ist das Angebot von Differenzierungskursen Kunst/Textilgestaltung in den Jahrgangstufen 9 und 10, das SchülerInnen besondere Möglichkeiten gibt, ihre künstlerischen Fähigkeiten auszubauen und häufig projektbezogen zu arbeiten. Neben besonders begabten SchülerInnen werden hier alle teilnehmenden Jugendlichen durch z.T. stark produkt- und ergebnisorientierte Leistungen ermutigt und persönlich gestärkt.

Das andere ist der seit Beginn der Oberstufenreform an unserer Schule etablierte Leistungskurs Kunst. Das Interesse an künstlerisch-musischer Förderung von Anfang an soll konsequenterweise dazu führen, in der Oberstufe entsprechend interessierten SchülerInnen ein attraktives Angebot der Intensivierung und Vertiefung zu bieten. Vielbeachtete Ausstellungen, Projekte und Performances unserer Leistungskurse haben immer wieder sichtbar gemacht, dass zeitintensivere Förderung im praktischen Bereich lohnend ist. Die Zeit, die hier im Vergleich zum Grundkurs zur Verfügung steht, ist gerade für die individuelle Förderung künstlerischer Fertigkeiten wertvoll.

Rückmeldungen vieler ehemaliger AbsolventInnen der Leistungskurse zeigen, dass durch unser Angebot gute Voraussetzungen für künstlerische Berufe geschaffen werden, aber im Sinne der Wisssenschaftspropädeutik auch andere Studien- und Berufsbereiche vorbereitet werden.

Ehemalige LeistungskursschülerInnen stellen gerne später in ihrer ehemaligen Schule aus und geben Informationen aus dem Studien- und Berufsbereich an LehrerInnen und SchülerInnen weiter.

Veränderten Berufs- und Studienbedingungen tragen wir so und durch Zusammenarbeit mit unserem Berufsberatungsteam und den SpezialistInnen beim Arbeitsamt Rechnung.


Arbeitsgemeinschaften

Im Fach Musik besteht das Interesse an Handlungsorientierung, Förderung der Kooperation sowie Stärkung der individuellen SchülerInnenpersönlichkeit, aber auch an einem attraktiven Identifikationsangebot mit unserer Schule. Insbesondere diesem Interesse dienen Arbeitsgemeinschaften, die eine lange Tradition an unserer Schule haben. Auch diese Art der Förderung beginnt schon in der Jahrgangsstufe 5. Ein Chor aus Kindern dieser Jahrgangsstufe probt regelmäßig und tritt bei Schulveranstaltungen auf. Im sogenannten Unterstufenchor (bis Jahrgangsstufe 8) kann die begonnene Chorarbeit entsprechend vertieft und fortgesetzt werden. Arbeitsgemeinschaften für Orchester und einzelne Instrumente sind ebenfalls eingerichtet. Hier ist das Blasorchester zu nennen. Mehrere Bands gestalten das kulturelle Leben unserer Schule engagiert mit. Die Arbeit im Bereich Theater und im Fach Kunst wird ebenfalls durch Arbeitsgemeinschaften gestützt. Eine Besonderheit bildet die fächerverbindende Arbeit einer Musical-AG, wo in den Bereichen Gesang, Band, Bühnenbild, Ausstattung, Kostüme, Theater und Tanz entsprechende FachlehrerInnen und interessierte SchülerInnen zusammenarbeiten.


Räume und Ausstattung

Nicht nur personelle, sondern auch räumliche Möglichkeiten unterstützen unsere besonderen Angebote im künstlerischen Bereich.

Den Kunstunterricht bestimmt schon ab der 5. Klasse eine enge Verknüpfung zwischen theoretischen, praktischen und die eigene Produktion reflektierenden Anteilen. In jedem unserer drei sehr gut ausgestatteten Fachräume kann die praktische Arbeit durch theoretische Phasen unterbrochen werden oder umgekehrt. Einrichtungen für alle üblichen künstlerischen Techniken sind vorhanden. Darüber hinaus verfügen wir über ein großes Fotolabor, um die Fotografie, eine inzwischen traditionelle künstlerische Technik, von der Aufnahme bis zum fertigen Abzug behandeln zu können. Unter anderem stellen wir uns aber auch – mit unserer digitalen Kamera – den veränderten Möglichkeiten dieses Mediums. Darum wünschen wir uns dringend einen eigenen Computer mit gutem Drucker. Die räumliche Enge unseres Schulgebäudes schränkt jedoch auch unsere Möglichkeiten noch ein. So fehlt es an genügend Werkstattraum für Stein-, Metall-, Gips- und Holzarbeiten. Da die neuen Richtlinien gerade die Plastik und die Rolle des praktischen Arbeitens besonders betonen, planen wir eine Erweiterung unseres Werkstattbereichs.

Im Fach Musik stehen zwei große Fachräume, ausgestattet u.a. mit Flügel, Stereo- und Videoanlage zur Verfügung. Zwei Sammlungsräume enthalten eine große Auswahl an Unterrichtsmaterialien, Instrumenten und modernem Equipment. Im Fach Musik verfügen wir über einen Computerarbeitsplatz mit modernem Multimedia-Computer, um auch hier im auditiven Bereich neben den nach wie vor wichtigen traditionellen Medien der raschen Entwicklung der neuen Technologien und dem Interesse und dem Informations- und Erprobungsbedarf unserer SchülerInnen Rechnung zu tragen. Für die Probenarbeit unserer Bands wünschen wir uns eine Verbesserung der räumlichen Situation.


2.1.5 Religionspädagogischer Bereich

Religionslehre wird an unserer Schule durchgehend in allen Jahrgangsstufen unterrichtet, und zwar in der Sekundarstufe I zweistündig und in der Sekundarstufe 11 in dreistündigen Grundkursen. Der Bereich Religion wird durch die beiden Fächer Evangelische Religionslehre und Katholische Religionslehre repräsentiert. In beiden Religionslehre-Fächern wird in ökumenischer Offenheit unterrichtet; zwischen den LehrerInnen beider Fächer gibt es eine kollegiale Zusammenarbeit; die Belange beider Fächer werden auf gemeinsamen Fachkonferenzen besprochen.

ReligionslehrerInnen beschränken sich in ihrem Unterricht nicht allein auf kognitives Arbeiten, sondern werden auch auf der affektiven und pragmatischen Ebene tätig. Handlungsorientierte Elemente und praktische Übungen können den SchülerInnen über die Theorie hinaus das Phänomen des Christlichen erschließen. Man denke dabei an meditative Elemente, Beratungsgespräche, Gottesdienste, die Organisation von Sammelaktionen oder Aktionstagen (z.B. in der Jahrgangsstufe 8 zum Thema "Kann denn Mode Sünde sein?") oder an die Auswahl altersgemäßer biblischer Perikopen, die der Stärkung der Persönlichkeit und der Selbsterfahrung dienen. Eine Betätigung auf diesem Gebiet wird schulpastorales Engagement genannt und findet entweder regelmäßig während der Unterrichtszeit oder gelegentlich bei besonderen Anlässen statt. So können bestehende Erwartungen wie etwa beim Abiturienten-Entlassgottesdienst oder der Feier eines besonderen kirchlichen Festtages erfüllt werden. Der Religionsunterricht bereichert auf diese Weise das Leben unserer Schule ähnlich wie das Fach Deutsch mit einem Theaterbesuch, das Fach Sport mit einem Sportfest, das Fach Biologie mit einer Exkursion oder das Fach Politische Bildung mit einer empirischen Untersuchung.

Eine reichhaltige Mediensammlung, bestehend aus Videos, Dias, Folien und Tonkassetten, unterstützt den Religionsunterricht. Auch die Materialen zu unterschiedlichen Themenkomplexen (z.B. zur Bibelarbeit oder zur Umweltethik) machen einen lebendigen und abwechslungsreichen Religionsunterricht möglich. In diesem Zusammenhang wünschen sich die ReligionslehrerInnen eine noch bessere Ausstattung vieler Klassenräume für den Medieneinsatz (Leinwände, Verdunkelungsmöglichkeiten, Steckdosen in erreichbarer Nähe) und auch einen eigenen Fachraum zur besseren Aufbewahrung und effektiveren Nutzung der beschriebenen Sammlungen.

Der Religionsunterricht hat im Fächerkanon der Schule eine besondere Stellung. Einerseits ist er ein Pflichtfach, andererseits ist es aber möglich, sich von der Teilnahme am Religionsunterricht befreien zu lassen, weil niemand gegen seine Überzeugung zur Teilnahme gezwungen werden darf. In der Sekundarstufe II belegen die evangelischen und katholischen SchülerInnen, die von der Teilnahme am Religionsunterricht befreit sind, das Fach Philosophie. In der Sekundarstufe I gibt es eine solche Alternativfach-Regelung zur Zeit nicht. Die entsprechenden SchülerInnen dieser Stufe haben, falls es sich um Randstunden handelt, unterrichtsfrei; ansonsten müssen sie beaufsichtigt werden. Gleiches gilt für SchülerInnen, die weder evangelisch noch katholisch sind. Erfreulicherweise machen bei uns von der Abmeldemöglichkeit nur relativ wenige SchülerInnen Gebrauch; insgesamt ist der prozentuale Anteil der SchülerInnen, die am Religionsunterricht teilnehmen, deutlich höher als etwa der vergleichbare Anteil der SchülerInnen, die am Sonntag einen Gottesdienst besuchen.

Für die ReligionslehrerInnen bedeutet die zur Zeit geltende Regelung der Abmeldung eine erhebliche Erschwerung des Unterrichts in den Jahrgangsstufen 8 bis 10. Dort erscheint Religionsunterricht manchen SchülerInnen als Wahlfach – mit der Konsequenz, dass Lern- und Leistungsbereitschaft hier geringer sind als in anderen Fächern. Erziehungsziele können unter diesen Bedingungen manchmal nicht erreicht werden und es besteht die Gefahr, dass Religionsunterricht als "ordentliches Lehrfach" in Frage gestellt wird. Vermutlich dürfte die Situation sich verbessern, wenn die von den ReligionslehrerInnen schon lange geforderte Einführung des Alternativfaches "Praktische Philosophie" für die Mittelstufe Wirklichkeit wird.


2.1.6 Sportlicher Bereich

Neben den schriftlichen Fächern Deutsch und Mathematik ist nur Sport durchgehendes Fach in allen Jahrgangsstufen der Schule. Damit wird die Bedeutung dieses Faches unterstrichen, das in erster Linie mit dem Ziel verbunden ist, sportartspezifische Fähigkeiten und Einsichten zu vermitteln und darüber hinaus einen allgemeinen Beitrag zur Entwicklung der Persönlichkeit zu leisten.

Die innere Differenzierung des Sportunterrichts wird durch die Richtlinien festgelegt und bei der Vorstellung des Fachlehrplans näher erläutert. So finden sich an unserer Schule sowohl in der Sekundarstufe I als auch in der Sekundarstufe II vielfältige Bewegungsaktivitäten, die in folgende Bewegungsfelder und Sportbereiche eingeteilt sind:

Laufen, Springen, Werfen – Leichtathletik

Bewegen im Wasser – Schwimmen

Bewegen an und mit Geräten – Turnen

Gestalten, Tanzen, Darstellen – Gymnastik/Tanz, Bewegungskünste

Spielen in und mit Regelstrukturen – Sportspiele

Darüber hinaus erhält das Fach im Profil der Schule durch das Angebot des Leistungsfaches Sport in den Jahrgangsstufen 12 und 13 einen besonderen Schwerpunkt. Im Leistungskurs Sport werden neben den praktischen Unterrichtsanteilen, die die SchülerInnen als "reflektierte Praxis" erleben, in zusätzlichen Theoriestunden sportrelevante Fragestellungen erweitert und vertieft.

Für alle SchülerInnen gibt es daneben Angebote, in Arbeitsgemeinschaften oder Schulmannschaften auch besondere Interessen zu verfolgen und Begabungen zu trainieren, die bei entsprechenden Entwicklungen in die Teilnahme an regionalen und überregionalen Wettkämpfen einmünden. Diese Angebote richten sich sowohl nach der Nachfrage der SchülerInnen als auch an der Verfügbarkeit und Bereitschaft geeigneter LehrerInnen aus; auf eine breite Vielfalt soll aber in jedem Jahr geachtet werden. Der derzeitige Standard, der sich alljährlich in einer großen Anzahl von Siegen und Platzierungen niederschlägt, soll gehalten werden; dabei hat die Entwicklung von Tugenden wie Fairness, Teamgeist und Einsatzfreude Priorität.

Schließlich nimmt der Sport im Leben der Schule einen markanten Platz durch ein zweijährig stattfindendes Großereignis ein: In der Kombination von Bundesjugendspielen mit der Betonung des Wettkampfcharakters und Mannschaftsspielen erhalten alle SchülerInnen am Ende des Schuljahres einerseits Gelegenheit zum Leistungsvergleich in leichtathletischen Disziplinen und Spielturnieren sowie andererseits auch Gelegenheit zur heiteren und spielerischen sportlichen Betätigung, wobei Eltern und LehrerInnen mit einbezogen werden.

Die Ausstattung der Schule (eine Zweifachturnhalle, eine weitere Turnhalle und ein Allwetterplatz unmittelbar an der Schule sowie alle zu den angebotenen Disziplinen erforderlichen Geräte) ermöglicht die erwähnte breite Differenzierung; es wäre sehr wünschenswert, wenn in naher Zukunft seitens des Schulträgers die zuweilen nicht konfliktfreie Nutzung der Schwimmhalle und des Außensportplatzes (für Leichtathletik und Fußball) und die dahin führenden Fahrmöglichkeiten verbessert werden. Hier ist der Schulträger gefordert. Daneben tragen die SportlehrerInnen mit erheblicher Mehrarbeit dazu bei, die Ausstattung mit Sportgeräten zusätzlich zu verbessern: Sie organisieren im Auftrag des Vereins der Freunde und Förderer die Sammelbestellung der Schulbücher aus dem Elternanteil und nutzen die dafür gewährten Rabatte zur Anschaffung von Sportgeräten.


2.1.7 Erprobungsstufe – Raum des Übergangs von der Grundschule zu unserer Schule

Innerhalb des Gymnasiums gelten das 5. und 6. Schuljahr als Erprobungsstufe. Sie dient den SchülerInnen dazu, sich auf die neue Schulform einzustellen und herauszufinden, ob die getroffene Entscheidung für das Gymnasium die richtige ist.

Damit diese Gewöhnung an die neue Schulform möglichst reibungslos geschieht, wird in der Erprobungsstufe an die Arbeitsweise der Grundschule angeknüpft und allmählich zu den Arbeitsweisen des Gymnasiums hingeleitet. Daher bemüht sich die Schulleitung unserer Schule darum, den Unterricht in der Erprobungsstufe auf möglichst wenige LehrerInnen zu verteilen, so dass manche LehrerInnen die SchülerInnen in zwei Fächern unterrichten. Auch halten die LehrerInnen der Erprobungsstufe mit den LehrerInnen der Grundschule Verbindung, um gute Voraussetzungen für die Entwicklung und Förderung der SchülerInnen zu schaffen. Denn ein Ziel unserer Arbeit mit Kindern ist es, sie in guter Atmosphäre entsprechend ihren Fähigkeiten zu fördern, um sie zu Leistungen zu befähigen. Eine weitere Notwendigkeit, die sich aus der Funktion der Erprobungsstufe ergibt, ist die enge Zusammenarbeit zwischen LehrerInnen und Eltern.

Damit der Übergang von der Grundschule auf unser Gymnasium möglichst problem- und angstfrei erlebt wird, findet etwa vier Wochen vor den Sommerferien ein erstes Treffen der SchülerInnen der zukünftigen 5. Klasse mit ihrer neuen Klassenlehrerin bzw. dem Klassenlehrer an einem Kennenlern-Nachmittag statt. Dazu lädt der Schulleiter in einem handgeschriebenen Brief die Kinder und ihre Eltern ein. Auch die zukünftigen Paten der Klasse nehmen daran teil.

Mit Informationsmaterial, das die Unterstufenrunde vorbereitet hat, informiert die Klassen-lehrerin bzw. der Klassenlehrer über alles Wissenswerte wie Regelungen für den ersten Schultag, Schulbuchbeschaffung und die zu erwartende Liste der Arbeitsmaterialien. An diesem Nachmittag haben die Kinder die Möglichkeit, ihren zukünftigen Klassenraum zu besichtigen und mit Hilfe der Paten eine Rallye zur Erforschung ihrer Schule zu machen, so dass Zeit bleibt, Fragen der Eltern in Ruhe zu besprechen.

Nachdem die SchülerInnen erste Unterrichtserfahrung an ihrer neuen Schule haben, findet am dritten Unterrichtstag eines neuen Schuljahres ein Einführungstag für die Jahrgangsstufe 5 statt. Er bietet den SchülerInnen die Möglichkeit, sich schneller kennen zu lernen, und der Klassenlehrerin/dem Klassenlehrer die Gelegenheit, gleich zu Schuljahresbeginn durch intensive Zusammenarbeit den Kontakt zu ihrer/seiner Klasse aufzubauen. In der Anlage findet sich hierzu von der Unterstufenrunde erarbeitetes Unterrichtsmaterial, das methodisch an die Arbeitsweisen der Grundschule anknüpft.

Um eine Kooperation der LehrerInnen einer 5. Klasse zu erleichtern und Absprachen über allgemeine Fragen und Arbeitsweisen treffen zu können, findet etwa vier bis sechs Wochen nach Schuljahresbeginn eine Klassenkonferenz statt. Für diese Klassenkonferenz ist ein Diskussionspapier erstellt worden (s. Anlage).

Innerhalb der ersten sechs Wochen findet mit Hilfe der Paten ein Spielnachmittag statt, der zur weiteren Integration der SchülerInnen beitragen soll. Desgleichen soll ein Fest oder eine kleine Feier, z.B. ein Grillnachmittag stattfinden, bei dem sich auch die Eltern einer Klasse kennen lernen können. Die Initiative dazu sollte, gegebenenfalls nach Hinweis durch die Klassenlehrerin bzw. den Klassenlehrer, von den Eltern ausgehen.


Zu den Erprobungsstufenkonferenzen werden die ehemaligen GrundschullehrerInnen eingeladen, um eine kontinuierliche Beratung über die individuelle Entwicklung der SchülerInnen zu ermöglichen.


2.1.8 Ergänzungsunterricht

In jedem Schuljahr wird für SchülerInnen der Jahrgangsstufe 6 Ergänzungsunterricht in den Fächern Deutsch, Englisch und Mathematik angeboten. Dessen Aufgabe ist es, SchülerInnen zusätzlich zum Klassenunterricht in Kleingruppen zu fördern.

Die Klassenkonferenz entscheidet im Einvernehmen mit den Erziehungsberechtigten über die Aufnahme einer Schülerin oder eines Schülers und wählt vorwiegend Kinder aus, deren Lernprozesse aus den unterschiedlichsten Gründen gestört sind und bei denen die Gefahr besteht, dass sie die Lernziele des Schuljahres nicht erreichen.

Der Ergänzungsunterricht zielt darauf ab, Lernrückstände in dem jeweiligen Fach abzubauen, Methoden und Techniken zu vermitteln, welche die Kinder befähigen selbstständig zu lernen, und die Lern- und Leistungsbereitschaft zu entwickeln und zu fördern. Ergänzungsunterricht ist nicht als Nachhilfe gedacht.

Der Ergänzungsunterricht findet während eines Zeitraums von 14 Schulwochen einmal wöchentlich anderthalb Zeitstunden lang statt. Die Gruppenstärke beträgt etwa 12 SchülerInnen, wobei etwa je zwei Kinder aus einer Klasse stammen.

Der Unterricht einer Gruppe wird von ausgebildeten LehrerInnen oder ReferendarInnen durchgeführt. Beratung und Unterstützung erhalten sie von Klassen- und FachlehrerInnen der Klassen der 6. Jahrgangsstufe.


2.2 Fachlehrpläne

Die Darstellung der Fachlehrpläne, wie sie von den einzelnen Fachkonferenzen beschlossen wurden, folgt im Anhang zum Schulprogramm.

Sie betrifft die Fächer in folgenden Aufgabenfeldern:

Sprachlich-literarisch-künstlerisches Aufgabenfeld

Deutsch

Englisch

Französisch

Spanisch

Lateinisch

Literatur

Musik

Kunst


Gesellschaftliches Aufgabenfeld


Geschichte

Erdkunde

Politik

Philosophie

Sozialwissenschaften

Pädagogik


Mathematisch-naturwissenschaftlich-technisches Aufgabenfeld

Mathematik

Physik

Biologie

Chemie

Informatik

Technik


Religionslehre

Sport



2.3 Lehrplan für das fächerübergreifende Arbeiten

2.3.1 Unterricht im Differenzierungsbereich


Der Differenzierungsbereich der Klassen 9 und 10, offiziell "Wahlpflichtbereich II", bietet den SchülerInnen und ihren Eltern zum ersten Mal die Möglichkeit, den Wochenstundenplan in einem Umfang von 3 bis 4 Stunden selbst zu bestimmen. Hier soll den Jugendlichen mit der Freiheit der Wahl, aber auch mit der daraus folgenden Festlegung für zwei Jahre, also der Übernahme von Eigenverantwortung für die selbstgewählten Fächer, eine Einübung in die weitergehenden Wahlentscheidungen der Oberstufe geboten werden.

Übergeordnetes Ziel des Differenzierungsbereiches ist es, den SchülerInnen im Rahmen der Möglichkeiten der Schule eine Schwerpunktsetzung zu ermöglichen, die ihren Neigungen und Interessen entspricht. Diese Schwerpunktsetzung wird realisiert in der Wahl entweder einer dritten Fremdsprache oder eines fachübergreifenden Kursthemas, sei es aus dem mathematisch-naturwissenschaftlich-technischen, dem gesellschaftswissenschaftlichen oder dem künstlerischen Bereich.

Wichtige Unterrichtsziele im Differenzierungsbereich sind die Vermittlung grundlegender Kenntnisse und Fertigkeiten sowie die Vertiefung fachspezifischer Methoden, insbesondere durch praktische Anwendung, etwa in Form eines Projekts. Darüber hinaus soll das Verständnis für das Zusammenwirken verschiedener fachspezifischer Methoden bei der Bearbeitung fachübergreifender Themen entwickelt werden.

Der Unterricht wird in der dritten Fremdsprache, Französisch oder Lateinisch, 4-stündig, in allen anderen Kursen 3-stündig erteilt. Die Note des Differenzierungskurses ist sowohl in der Klasse 9 als auch in der Klasse 10 versetzungswirksam.

Die Angebote im Differenzierungsbereich sind in den Klassen 9 und 10 durchgehend zu belegen. Die Kursthemen der fachübergreifenden Angebote sind einem Leitfach zugeordnet, das durch ein oder mehrere Begleitfächer ergänzt wird. Die Begleitfächer können dabei wechseln. Alle Fachanteile werden durch dieselbe Kurslehrerin/denselben Kurslehrer erteilt. Die fachüber-greifenden Angebote werden zwischen den betroffenen Fachkonferenzen abgestimmt.

Das Gymnasium am Wirteltor gehört zu den Schulen, die ihren SchülerInnen bei der Wahl des Differenzierungskurses eine Schwerpunktsetzung in jedem der Lernbereiche, nämlich: Fremdsprachen, künstlerischer Bereich, gesellschaftswissenschaftlicher Bereich und mathematisch-naturwissenschaftlicher Bereich, anbieten. Dies ist Ausdruck des besonderen Gewichtes, das nach Auffassung unserer Schule den Differenzierungskursen zukommt, um Selbständigkeit, Eigenverantwortung und Kooperationsfähigkeit einzuüben – einerseits als Vorbereitung auf die gymnasiale Oberstufe, andererseits als allgemeine Vorbereitung auf berufsorientierte Formen der Ausbildung für diejenigen SchülerInnen, die das Gymnasium nach der Klasse 10 verlassen.

Zur Zeit werden folgende Differenzierungskurse angeboten:

Französisch (3. Fremdsprache)

Lateinisch (3. Fremdsprache)

Physiologische Aspekte bei Pflanze, Tier und Mensch (Biologie/Chemie)
Ausgewählte Inhalte zu Schlüsselproblemen unserer Gegenwart und ihre politischen, geographischen und historischen Dimensionen (Politik/Erdkunde/Geschichte)

Kunst – Gestaltung – Design – Produkt (Kunst/Textilgestaltung)


2.3.2 Fächerverbindende Projekte

Fächerverbindende Projekte geben den SchülerInnen die Möglichkeit, erlernte Arbeitsmethoden aus unterschiedlichen Fächern oder Fachbereichen selbständig auf ein komplexes Problem zu beziehen und dabei zugleich dieses Problem aus der Perspektive verschiedener Fächer oder Bereiche zu sehen.

Mit der Durchführung von Projekten verbindet unsere Schule insbesondere die Erwartung, dass Schlüsselqualitäten wie Kooperationsfähigkeit und Eigenverantwortlichkeit durch die Einübung von Teamarbeit in Verbindung mit selbstständigem Arbeiten gestärkt werden.

Solche Veranstaltungen müssen langfristig und unter bestimmten vorher festgelegten Leitfragen aus dem Fachunterricht bzw. aus der Kooperation mehrerer Fächer entwickelt werden. Wir halten daher nichts von einer regelmäßig festgelegten Projektwoche, die ein weit gefasstes Thema in den Mittelpunkt stellt, sondern verfolgen mit projektorientiertem Arbeiten stets das Ziel einer Offenheit für eine gemeinsame Planung von Lehrenden und Lernenden, die auf die SchülerInneninteressen, auf aktuelle und lokale Gegebenheiten abgestimmt ist.

Beispielhaft seien einige an unserer Schule schon realisierte bzw. geplante Projekte genannt.

Musical-Projekte (Kolumbus, Starlight Express, Cats, In 80 Tagen um die Welt)

Kulturtag des GAW: Aufführungen, Performances

Projekt "Gestaltung des Kaiserplatzes"

Studie "Angst – Vertrauen – Gewalt" (in Zusammenarbeit mit der Polizei Düren)

Gestaltung und Nutzung des Schulbiotops

Projekt Umwelterziehung/Energiesparen


2.3.3 Lernen des Lernens

Wie bei der Darstellung der "Elemente des pädagogischen Handelns" schon erwähnt und wie in den Richtlinien gefordert, spielt bei allem unterrichtlichen Bemühen unserer Schule das Erlernen und Einüben von Arbeitstechniken und -methoden und die Aneignung von Arbeitshaltungen eine mindestens ebenso große Rolle wie das Erlernen und Anwenden von Kenntnissen selbst.

Um dieser Zielsetzung zu entsprechen wird daran gearbeitet, im Verlauf der Schulprogramm-entwicklung schwerpunktmäßig geforderte bzw. gewünschte Arbeitstechniken und -methoden begründend zu beschreiben und so zuzuordnen, dass die entsprechenden Ziele durchgehend und aufeinanderaufbauend im Unterricht aller Fächer erreicht werden können.

Eine grobe Struktur soll an dieser Stelle den Begründungszusammenhang und die mögliche Ausformung deutlich machen, Details werden zur Zeit ausgearbeitet und finden sich im Anhang zum Schulprogramm.


2.4 Grundsätze der äußeren Unterrichtsversorgung

Viele Kriterien werden bei Unterrichtsverteilung und Stundenplangestaltung berücksichtigt; alle hier aufzulisten würde den Umfang dieses Kapitels sprengen.

Grundsatz ist immer, eine bestmögliche Lernsituation für SchülerInnen, auch aus der Sicht ihrer Eltern, und gleichzeitig eine günstige Lehrsituation für LehrerInnen zu gewährleisten. Dabei werden manche Kriterien einander entgegenstehen und Kompromisse nötig machen.

Einen wichtigen Bereich der Unterrichtsversorgung nimmt die Kooperation der fünf Dürener Gymnasien in der Sekundarstufe II ein. Nach der Verabredung ist es für jeden Schüler und jede Schülerin theoretisch möglich einen Leistungskurs und einen Grundkurs, der an der eigenen Schule zwar angeboten, aber dessen Belegung aus unterschiedlichsten Gründen nicht möglich ist, an einem der vier anderen Gymnasien zu belegen. Auf diese Weise wird die Möglichkeit der individuellen Schullaufbahngestaltung – vor allem in Fächern, die nicht so häufig gewählt werden – erheblich erweitert. Daneben gibt es für Fächer, die sonst in den Gymnasien der Stadt Düren nicht realisiert werden können, auf diese Weise längerfristige Existenzgarantien.

Im Stundenplan werden die Kooperationseinheiten so positioniert, dass ein möglichst reibungsloser Übergang von einer Schule zur anderen, gegebenenfalls unter Nutzung der städtischerseits zur Verfügung gestellten Busse erfolgen kann.

Schulleiter und OberstufenkoordinatorInnen aller Gymnasien in Düren planen in gemeinsamen Konferenzen eine ausreichende und alle Beteiligten möglichst wenig zusätzlich belastende Infrastruktur.

Prinzip des Kooperationsgedankens an unserer Schule ist, dass wir bei den diesbezüglichen Entscheidungen alle SchülerInnen der Dürener Gymnasien ohne Bevorzugung der eigenen in gleicher Weise im Blick haben.


2.4.1 Grundsätze der Unterrichtsverteilung

Bei der Unterrichtsverteilung, die der Schulleiter nach Beratung durch die Fachkonferenzen vornimmt, sind vor allem zu berücksichtigen:

die Versorgung der Klassen und Jahrgangsstufen mit Unterricht in allen Fächern; falls Kürzungen notwendig sind: deren gleichmäßige Verteilung über die einzelnen Klassen und Kurse,

die LehrerInnenverteilung im Vorjahr, um Kontinuität oder LehrerInnenwechsel gezielt zu planen,

die besondere Situation der einzelnen Fachbereiche, es soll z.B. kein Fachbereich in einer Klasse ganz wegfallen,

Einrichtung von Arbeitsgemeinschaften in Fachbereichen, in denen auf diese Weise besondere Begabungen gefördert werden können und sollen,

LehrerInnenverteilung auf die einzelnen Klassen, so dass einerseits gut kooperierende LehrerInnenteams für die jeweilige Klasse entstehen, andererseits auch unterschiedliche LehrerInnenpersönlichkeiten in einer Klasse unterrichten,

einerseits Vermeidung von LehrerInnenwechsel in zu kurzen Abständen, andererseits gezielter LehrerInnenwechsel, um auch neue Erfahrungen möglich zu machen,

verstärkter Stundeneinsatz einzelner LehrerInnen in den Klassen der Jahrgangsstufen 5 und 6, um die Zahl der Unterrichtenden so klein wie möglich zu halten,

möglichst gleichmäßiger Einsatz der LehrerInnen in den einzelnen Fächern und Jahrgangsstufen ihrer Lehrbefähigung; auch möglichst gleichmäßige Belastung durch Klassen und Kurse mit schriftlichen Arbeiten (Korrekturen).


2.4.2 Grundsätze der Stundenplangestaltung


Die Unterrichtszeit verteilt sich auf Montag bis Freitag von der 1. bis zur 7. Stunde, für den Sportunterricht in der Oberstufe bis einschließlich 12. Stunde; der Samstag ist unterrichtsfrei.

Kriterien der Stundenverteilung ergeben sich aus dem Lehrauftrag der Schule, aus Wünschen und Erwartungen der SchülerInnen und deren Eltern sowie der LehrerInnen. Je günstiger – zum Teil aus sehr individueller Sicht – der persönliche Stundenplan gestaltet ist, um so leichter wird den SchülerInnen das Lernen fallen, um so größer wird die Belastungsfähigkeit der Lehrenden sein.

Eine detaillierte Auflistung der Kriterien folgt im Anhang.


2.4.3 Raumangebot und Raumnutzung

Die Raumsituation entspricht immer noch nicht der in den Schulbaurichtlinien vorgesehenen Mindestausstattung. Zwar gibt es mit dem Nebengebäude in der Marienstraße eine deutliche quantitative und qualitative Verbesserung, doch ist zu beachten, dass hier nur Doppelstunden in der Oberstufe und nur in Fächern, die keine Sonderausstattung benötigen, unterrichtet werden können. Daher ist hier keine hundertprozentige Auslastung möglich. Das aber hat weiterhin zur Folge, dass die meisten Klassenräume der Unter- und Mittelstufe durch Kurse der Oberstufe mitgenutzt werden müssen. Schwierigkeiten ergeben sich in der Folge durch eine nicht altersspezifische Möblierung, Konfliktanfälligkeit bei Ordnungsproblemen in den Räumen und durch eine sich daraus ergebende Beeinträchtigung der Identifikation der Klasse mit ihrem Raum.

Ziel der Raumverplanung, die schon bei der Stundenplangestaltung mitberücksichtigt und auf der weiter aufgebaut wird, ist es diese ungünstigen Faktoren zu minimieren.

Ein besonderes Augenmerk gilt Räumen, die es uns ermöglichen auch mit einer größeren Gruppe der Schulgemeinschaft oder zu musikalischen und künstlerischen Aufführungen mit einem breiteren Auditorium zusammenzukommen, da der großen Schule leider bis jetzt keine eigene Aula zur Verfügung steht:

Unser sogenannter Blauer Saal ist für Musikaufführungen, Ausstellungen und weitere Veranstaltungen eingerichtet. Er bietet ca. 100 Besuchern Platz. Dort steht ein guter Konzertflügel für entsprechende musikalische Darbietungen zur Verfügung. Dieser Saal wird auch gerne für die Probenarbeit unserer Chöre genutzt. Kleinere Ensembles, SolistInnen und SängerInnen können hier in einem recht intimen Rahmen auftreten.

Größere Theater- und Musicalaufführungen sowie Tage der Kunst und unsere Abiturentlassungsfeiern werden meistens in das Haus der Stadt verlegt. Der Nachteil dieser Lösung besteht aber oft darin, dass nicht genügend Probenzeit vor Ort ermöglicht werden kann, Ausstellungsexponate nicht sehr lange hängen können und Transporte organisiert werden müssen. Zur Probenarbeit für Theaterstücke und für Bühnenaufführungen in kleinerem Rahmen ist eine Kleinkunstbühne, die auch Aufführungen des Schwarzlichttheaters ermöglicht, in unserem ehemaligen Sprachlabor eingerichtet worden. Außerdem planen wir zur Zeit die flexible Umgestaltung einer Treppenhalle in einen größeren Veranstaltungssaal.


2.4.4 Bauliche Weiterentwicklung und Ausstattung mit Medien

Wenn auch heute die Raumsituation – zum einen durch den Abbau der Zügigkeit der Schule auf in der Regel 6 Züge, zum anderen durch den Ausbau des Nebengebäudes in der Marienstraße – heute deutlich besser als noch vor wenigen Jahren ist, bleiben eine Reihe von Plänen offen, die in den nächsten Jahren mit Hilfe des Schulträgers sukzessiv umzusetzen sind (keine Rangliste):

Ausbau eines Raumkomplexes zur Nutzung als Werkraum für den Kunstunterricht und technisch-praktische Projekte (s. 2.1.4),

Ausweisung und Ausbau eines Raumkomplexes als Medienzentrum für SchülerInnen und LehrerInnen (Bibliothek; elektronische Medien; Arbeitsplätze).

Es wird erkennbar, dass ohne bauliche Erweiterung diese Projekte mit dem Wunsch, die "Fremdnutzung" von Räumen einer Klasse durch andere Gruppen zu vermeiden, konkurrieren.

Eng mit der Entwicklung der Raumstrukturen verbunden und auch darüber hinausführend ist die Versorgung mit modernen Medien, die ebenfalls in den letzten Jahren deutlich verbessert werden konnte, gemessen an den öffentlichen Verlautbarungen, Forderungen und Versprechungen der Bildungspolitiker und Schulträger aber noch äußerst bescheiden ist. Es ist also ein Nahziel, dass neben der Ausstattung der oben genannten Räume auch die Kurse und Klassen in ihren Räumen Zugang zu modernen Medien und Arbeitsmöglichkeiten mit diesen haben können, ohne die Ausstattungsstandards in bestehenden Bereichen zu vernachlässigen