| Düren. «Es gibt Auftritte, da improvisiert man, und in dem Moment, wo man spielt, weiß man ganz genau: So wie heute Abend wird es nie wieder», erzählte Musiklehrer Christian Welters. Einen solch einzigartigen Abend erlebte das Publikum auf dem Schulhof des Gymnasiums am Wirteltor. Das triste Grau des Pflasters erschien erfreulicher als sonst, das Grün der wenigen Bäume strahlte in der untergehenden Sonne. Auf einem Podest standen Notenständer und Instrumente bereit, Kabel waren verlegt und jede Menge Technik installiert: Das GaW hatte zum «Summer Jazz» eingeladen. Es herrschte eine intime Atmosphäre wie im Hinterhof eines New Yorker Jazz-Clubs samt Barbecue. Im GaW gab es Grillwurst und Bier. Berauscht waren die Zuhörer aber allenfalls von der Musik. Denn geboten wurde Jazz vom Feinsten. Die 2005 gegründete Combo «Jazzaster», bekannt durch viele Auftritte in der Region, gab ihr Abschiedskonzert und brachte ein letztes Mal ihr musikalisches Können zu Gehör: Mit dem Abitur trennen sich nun die Wege der Mitglieder. Philipp Broscheid, Christian Davepon (Trompeten), Martin Schäkel (Piano), Dima Emmerich (Bass), Philipp Rosenkranz (Gitarre), Hana Hofmann (Bass), Max Radetzky (Schlagzeug) und Lisa Kusch (Klarinette) erweckten Jazzstandards zu neuem Leben. Das Ensemble verstand es, mit viel Einfühlungsvermögen und Improvisationstalent alten Klassikern eine «funkige Jazzaster-Verpackung» zu geben und eine Melange aus Jazz, Funk und Pop entstehen zu lassen. Titel wie «Another Day In Paradise» von Phil Collins, «Summertime» von George Gershwin oder «Cantaloupe Island» von Herbie Hancock heizten die Stimmung so richtig an. «Wir hatten drei Jahre eine supergeile Zeit, und ein wesentlicher Grund dafür ist unser Bandleader Christian Welters», dankte ein Bandmitglied dem Lehrer im Namen der ganzen Combo. Wie diese Äußerung gemeint war, davon konnte sich das Publikum während des rund dreistündigen Live-Programms überzeugen. Welters ist nicht nur ein leidenschaftlicher Musiker, sondern er hat Entertainerqualitäten. Mit Humor führte er durch das Programm und schaffte es auf charmante Weise, dem Publikum Geldspenden zu entlocken. Unter Leitung von Welters wurde vergangenes Jahr die neue Band «GaW New Generation Big Band» gegründet, die nicht nur Höhepunkt des Abends war, sondern auch finanzieller Unterstützung bedarf. Mitglieder sind Schüler, Lehrer, Eltern und Ehemalige - eine Mischung verschiedener Generationen «Wirteltorianer». Musikalischer Schwerpunkt ist eine Melange aus Latin, Funk und Pop. Es war der erste große Auftritt der Band. Sie zeigte ein funkiges Programm mit Gesang und Rap, vorgetragen von Cara Schmitz, Sandra Neumann und Ruben Maubach. Das Repertoire reichte von Herbholzheimer über Latin bis Popswing. Die Zuhörer waren hingerissen von so viel orchestralem Jazzgeschehen und wollten gar nicht mehr nach Hause. Auch der Jazz-Nachwuchs der Schule hatte seinen Auftritt: Unter der Leitung von Magnus Kleinebreil und Christian Welters präsentierten sich erstmals die 5er Bläser & Band AG sowie das Blasorchester aus allen Jahrgangsstufen - geführt von Wolfgang Reepen. www.az-web.de/sixcms/detail.php?template=az_detail&id=560692 |